Zwei FW-Kandidaten für das Amt des Stellvertreters

Konstituierende Sitzung mit einigen Überraschungen (2)

Erste Amtshandlung von Bürgermeisterin Maurer (links): die Vereidigung der erstmals gewählten Gemeinderäte.

Adlkofen. Nach ihrer Antrittsrede in der konstituierenden Sitzung des Adlkofener Gemeinderates am Donnerstagabend im Rathaussaal war die erste Amtshandlung der Rathauschefin, die erstmals gewählten Gemeinderatsmitglieder Bernhard Härtel, Alois Winter, Christoph Kropp, Alexandra Passek, Alexander Kropp, Stefan Werner, Birgit John, Franz Wippenbeck und Markus Zehentbauer (vorstehendes Bild v.l.) zu vereidigen. Die Tagesordnung sah danach die Entscheidung über die Anzahl der weiteren Bürgermeister vor. Unstrittig, die Position eines 2. Bürgermeisters. Offen für einen weiteren Stellvertreter bat die Rathauschefin um Wortmeldungen. Das Plädoyer von Bernhard Westermeier, es bei einem Stellvertreter zu belassen und im Bedarfsfall Gemeinderäte mit Repräsentationsaufgaben zu betrauen, fand die Zustimmung bei allen Kolleginnen und Kollegen.

Nachdem die Frage der weiteren Bürgermeister also geklärt war, erwarteten die Zuhörer Vorschläge aus den Fraktionen für die Wahl des 2. Bürgermeisters. Entgegen der üblichen Gepflogenheit, an dieser Stelle die designierten Fraktionssprecher um Vorschläge für das Amt zu bitten, zog es die Bürgermeisterin allerdings sehr zur Überraschung der Zuhörer vor, reihum jedes einzelne Ratsmitglied nach seinen persönlichen Ambitionen für eine Kandidatur zu befragen.

Familiäre und/oder berufliche Gründe hinderten, wie sie ausführten, die „alten Hasen“ Bernhard Westermeier, Rosi Aimer, Hans Strasser, Hubertus Werner und Bartholomäus Maierhofer an einer Kandidatur. Die erstmals gewählten Gemeinderäte gaben unisono zu bedenken, daß sie als Neulinge erst einmal Erfahrungen sammeln, ehe sie sich an eine solche verantwortungsvolle Aufgabe heranwagen wollten. Lediglich Stefan Werner, der schon als Bürgermeisterkandidat für die SPD in den Wahlkampf gezogen war, erklärte sich für eine Kandidatur bereit, allerdings mit Einschränkung. Werner: „Nur dann, wenn sich nach mir nicht doch noch ein weiterer Kandidat finden läßt.“

Die Frage, ob das Damoklesschwert an ihm hängenbleibt oder nicht, war schnell gelöst. Schon mit den darauffolgenden Ausführungen meldete ein Gemeinderat seine Kandidatur an und der SPD-Mann konnte sich beruhigt zurücklehnen. Noch in der letzten Sitzung hatte im Brustton der Überzeugung der Berwerber zu verstehen gegeben, „2. Bürgermei- ster i kannt’s ned, für mi war des nix!“ Waren da schon Zweifel angebracht, so wurden die jetzt auch formell bestätigt, als Valentin Petermaier von den Freien Wählern seine Bewer- bung mit den Worten ankündigte „die Kinder sind groß und ich bin mit der Frau alleine zu Hause; ich trau‘ mich jetzt einfach!“

Daß die Freien Wähler Ansprüche auf das Amt des 2. Bürgermeisters anmelden würden, war sicher von vielen Adlkofenern in den letzten Tagen erwartet worden, mehr aber nicht. Um so größer die Verblüffung bei den Zuhörern, als Christa Passek dann das große „Überraschungsei“ öffnete und ebenfalls erklärte, neben ihrem Fraktionskollegen 2. Bür- germeisterin werden zu wollen. Da war es dann schon nicht mehr verwunderlich, daß auch Bartholomäus Maierhofer zu verstehen gab, lange und sehr intensiv über die Frage einer Kandidatur nachgedacht zu haben. Letztendlich verzichtete er jedoch darauf.

Bürgermeisterin Maurer vereidigt ihren Stellvertreter Valentin Petermaier

Bürgermeisterin Maurer vereidigt ihren Stellvertreter Valentin Petermaier

Also „Kampfabstimmung“ zwischen Christa Passek und Valentin Petermaier, die beide von der Bürgermeisterin auch noch ermuntert wurden, sich und ihre Motivation für die Kandidatur vorzu-stellen. Danach sprachen sich in der ge- heimen Abstimmung – jedes Gemeinde- ratsmitglied suchte dazu die im Sitzungs- saal aufgestellte Wahlkabine auf – zehn der 17 Wahlberechtigten für Valentin Petermaier aus. Christa Passek erhielt fünf Stimmen und zwei Stimmen entfielen auf den nicht kandidierenden Gemeinderat Bernhard Westermeier. Die Benennung der Fraktionssprecher wurde auf die nächste Gemeinderatssitzung vertagt.

Noch eine Überraschung hielt der Abend bereit, nämlich die unter dem Amtsvorgänger der Bürgermeisterin abgeschaffte „Besinnungspause“ während des Glockengeläuts zum Abendgottedienst um 21 Uhr. Da die Wiedereinführung dieser alten Tradition nicht bekanntgegeben worden war, gab es eine Menge verständnisloser Blicke angesichts der plötzlich still und bewegungslos verharrenden Gemeinderäte.

Über die weiteren Beschlüsse des Abends informiert der dritte Teil.

Teil 1: Vereidigung und Antrittsrede der Bürgermeisterin

Teil 3: folgt

 

 

 

 

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