Wo die Motorsäge den Fachmann ersetzt…

…geht es mit Sicherheit um Adlkofener „Grünpflege“ – Opfer diesmal: der Friedhof

Fachmännisch ist das nicht

Grünpflege ist das nicht!

Adlkofen. Was haben der Suppenkaspar und der Adlkofener Bürgermeistersessel gemeinsam? Auf den ersten Blick sicher nichts! Genau: Aber! Nun, während der eine zu Tische saß und herummaulte und herumposaunte, „nein, meine Suppe ess’ ich nicht“, bis am Ende nichts mehr von ihm übrig blieb und er des Hungertodes schied, scheinen die Inhaber des Rathaus-Sessels ein fröhlich Lied zu pfeiffen: „Nein, meine Lektionen lern’ ich nicht!“ Beim Amtsvorgänger war das Motto Programm, bei der jetzigen Amtsinhaberin wird’s zur unangenehmen Überraschung nicht

nur für einige Adlkofener Gemeinderäte. Und so hat sich in diesen Tagen wieder einmal erwiesen, daß die Motorsäge im Hause – in diesem Fall im Bauhof – nicht das Fachwissen ersetzt. Auch dann nicht, wenn man glaubt, durch massiven Einsatz derselben die theoretischen Lücken füllen zu können. Dabei soll unsere Kritik nicht jene treffen, die ausführen, was man ihnen anschafft, sondern jene, die wider besseren Wissens handeln…

Hecke ist das keine mehrWer dafür einen Beweis benötigt, bequeme sich zum Adlkofener Friedhof und er wird feststellen, daß manche Dinge noch immer nicht bis in’s Adlkofener Rathaus vorgedrungen sind. Kritik hatte es allerdings zu solch’ ähnlichen Vorfällen aus den Reihen der Gemeinderäte immer wieder einmal am Rathauschef gegeben. Warum also sollte die jetzige Amtsinhaberin an dieser schönen Tradition rütteln und ausgerechnet diesen Spaß –  nämlich Kritik üben zu können – den Gemeinderäten durch Berücksichtigung einiger grundsätzlicher Dinge nehmen? „Grünpflege“ ist das Stichwort, es scheint aber eher für Adlkofen ein Fremdwort zu sein, welches sich am Besten mit der Bedeutung von „wiederkehrendem Kahlschlag“ in Einklang bringen läßt. Jedenfalls hat das, was sich in den letzten Tagen entlang der Friedhofseinzäunung getan hat, die besten Chancen in ein Lehrbuch für fachmännische Grünpflege als Beispiel dafür aufgenommen zu werden, wie man es nicht machen darf.

Scheunentor große Löcher

„Grüne Gundstücksgrenze“ war einmal

Auch wenn es in erster Linie, so wie Bürgermeisterin Maurer das in der Gemeinderatssitzung am Montagabend formulierte, nur darum gegangen sein soll, den „Wildwuchs, der eine ganze Grabreihe teilweise überwucherte,“ zurück zu schneiden, so ist mit diesem Kettensägen-Rundumschlag wieder einmal kräftig über das Ziel hinausgeschossen worden. Zudem hat sich der Photograph vergeblich bemüht, die Grabreihen in den Obergeschoßen des Friedhofs ausfindig zu machen. Die muß es dort aber geben, sonst wäre das Argument der „Überwucherung“ auch für die rücksichtslos ihrer Kronen beraubten Bäume entlang der Grundstücksgrenze zu den neu gebauten Häusern hin keines mehr. Hier mögen wohl eher vereinzelte Beschwerden von Grabbesitzern berücksichtigt worden sein, die sich auf der letzten Ruhestätte ihrer Angehörigen mehr Sonne wünschten.

Zum Krüppel gepflegt

Zum Krüppel „gepflegt“!

Wie die Bürgermeisterin ankündigte, ist es mit der jetzigen Aktion noch nicht getan. An manchen Stellen müsse noch das wuchernde Wurzelwerk von Liguster und Hartriegel unter Einsatz schwererer Gerätschaften wie einer Baggerschaufel beseitigt werden. Das inspirierte Gemeinderat Alois Winter zu der Anregung, doch zu prüfen, ob bei solchen Arbeiten nicht auch aus Gründen der Kostenersparnis auf die Hilfe Adlkofener zurückgegriffen werden kann. Die Kritik von Gemeinderätin Christa Passek und die damit verbundene Frage, warum nicht fachmännische Hilfe bei der Fällaktion zu Rate gezogen wurde, konterte Bürgermeisterin Maurer u. a. mit dem Hinweis, daß eine solche nicht erforderlich gewesen sei. An Stellen, wo die Grabreihe schon teilweise überwuchert war, kam nur Beseitigen infrage und nicht pflegen. An den anderen Stellen, „wächst Haselnuß, Liguster und Hartriegel ja wieder nach.“  

Das Mitgefühl der Redaktion gilt in diesem Fall nicht nur der Hecke, sondern auch den Anliegern an der jetzt nicht mehr grünen, dafür „schön verstümmelten“ Grenze: Wo im letzten Frühjahr und Sommer eine lebende grüne Wand das Auge zur Ruhe kommen ließ, grint jetzt Gevater Tod durch scheunentorgroße Löcher in einer ruinierten, ihrer ökologischen Funktion auf Jahre hinaus weitgehend beraubten Hecke zu den Neubauten herüber. Das Eine so deprimierend wie das Andere…

Sie suchen einen Buchsbaum? Hortensien? Oder doch eher Heckenpflanzen? Schauen Sie sich in Ruhe um.

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