Wer nicht schaufelt, fährt nicht!

Dirtbike-Anlage für Adlkofens Jugend möglich, aber wirklich ernsthaft gewünscht?

Blick auf die Teilnehmer des Jugendforums

Blick auf die Teilnehmer des Jugendforums

Adlkofen. Der Wunsch nach einer Dirtbike-Anlage war von „fünf oder sechs Jugendlichen“ – so Originalton von Jugendbeauftragtem Stefan Werner – geäußert worden, worauf hin er sich mit Experten der Landshuter Dirtbiker-Szene ein dafür in Adlkofen in Frage kommendes Grundstück hinter dem Netto-Einkaufsmarkt angeschaut hatte. Gestern Abend sollten nunmehr die Voraussetzungen für die Realisierung einer solchen Anlage den Jugendlichen eingehend vorgestellt und die Rahmenbedingungen für ihre Errichtung abgesteckt werden. Nur – von den Jugendlichen, denen diese Bahn angeblich so sehr am Herzen lag, war keine Seele erschienen. 

Er habe alle persönlich eingeladen, informierte ein enttäuschter Stefan Werner die Teilnehmer am Jugendforum, vermutlich hätte man aber den Besprechungsort an den Jenkofener Badeweiher verlegen müssen, um die Jugendlichen für ihr eigenes Thema zu erreichen.  Wie Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer ergänzte, ist seitens der Gemeinde auch alles getan worden, um die Jugendlichen an den Termin zu erinnern, Presse, Facebook – alles war eingespannt – nur geholfen hat’s in dem Fall nichts. Letztlich sollte die Mühe der beiden Dirtbike-Experten aus Landshut, Lambert Schmid und Florian Kosterhon, die sich eine Menge Arbeit mit ihrer ausführlichen Präsentation zu den Voraussetzungen eines solchen Sportparks gemacht hatten, dennoch nicht umsonst gewesen sein. Aufmerksam verfolgten fünf Erwachsene – darunter zwei Vertreter der Katholischen Landjugend und des Vereins „Freizeit und Schule“ und zwei jugendliche Nichtdirter die Ausführungen.   

Kamerafrau Isar-TV

Die Adlkofener Dirtbike-Anlage fand auch mediales Interesse bei ISAR-TV.

Die Erwartungshaltung von Jugendlichen mag so sein, daß man Wünsche nur zu äußern braucht, schon gehen sie in Erfüllung. In vielen Fällen kann das vielleicht sogar so sein, keinesfalls jedoch bei der Umsetzung einer Dirtbike-Anlage. Echte Dirtbiker kennen nämlich ein Grundgesetz und ziehen das auch „eisern“ durch: „No dig, no ride“ lautet der Grundsatz. Mit „wer nicht schaufelt, fährt nicht“ läßt sich diese Regel bezeichnend in’s Deutsche übertragen. Was nichts anderes zum Ausdruck bringt, als daß die Anlage nur nutzen darf, wer beim Bau mitgeholfen hat und später auch bei den Unterhalts-Arbeitseinsätzen aktiv mit dabei ist. Wer nicht mit hilft hat Pech und bleibt der Gemeinschaft außen vor. Auf Adlkofen und das gestrige Jugendforum übertragen, bedeutet das aber auch, daß die Anlage nur gebaut wird, wenn sich die interessierten Jugendlichen zusammen tun und gemeinsam schon bei der Planung aktiv mitarbeiten und anschließend selbst in die Tat umsetzen. Zumindest für die Vorbesprechung hat man diese Gelegenheit am Mittwochabend ungenutzt verstreichen lassen.

Auch die Kosten einer solchen Anlage, wie sie in Adlkofen auf einem Grundstück hinter dem Netto-Einkaufsmarkt entstehen könnte, wurden gestern kurz angerissen. Mit rund 4.800 EUR und einem erfahrungsgemäß nicht unbedeutenden Einsparpotential, wenn sich ein paar Baggerfahrer mit Gerät als Sponsoren einfinden, ist der Adlkofener Dirtbike-Park realisierbar. Wie die Landshuter Schmid und Kosterhon betonten, wäre es auch erforderlich, aus dem angrenzenden Baugebiet lehmhaltigen Aushub zur Modelierung des Geländes kostenlos zu erhalten.

Bis zum nächsten Jugendforum voraussichtlich im Oktober wird- so die Zusage der Bürgermeisterin – die Gemeinde geprüft haben, wie die für den Anlagenbetrieb erforderlichen versicherungstechnischen Fragen gelöst werden können. Der zuvor geäußerte Denkanstoß an die Vertreterinnen von „Schule und Freizeit“, sich hier etwas stärker zu engagieren, da man ja auch die „Freizeit“ schon im Namen trage, war von Susanne Baumgärtner zurück gewiesen worden. „Nicht, weil wir die Verantwortung abschieben wollen, sondern unser Verein ist inzwischen so stark auf die Schule fokusiert, daß wir das jetzt auch noch jüngst in einer Satzungsänderung verankert haben.“ Die Sportanlage wäre sicher bei der DJK besser aufgehoben, so Baumgärtner.

Im Oktober wird die Dirtbike-Anlage noch einmal das Jugenforum beschäftigen. Sollten dann auch die betroffenen Jugendlichen teilnehmen und ihre Bereitschaft zu den Arbeitseinsätzen erklären, müßte das Vorhaben zwar noch den zu erwartenden Segen des Gemeinderates bekommen, die finanziellen Mittel jedenfalls stünden weitgehend bereit, so die Bürgermeisterin abschließend.

 

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