Wahlkampf-Marathon der Freien Wähler füllt die Gaststätten

Familienfreundliches Adlkofen mit Flächennutzungsplan und Mehrzweckhalle – Bürgermeisterwechsel zwingend erforderlich

Christa Passek im vollbesetzten Saal beim FW-Wahlauftakt

FW-Listenführerin Christa Passek hatte aufmerksame Zuhörer bei ihren Ausführungen zur Adlkofener Kommunalpolitik

Finanzen, Ortsentwicklung und Breitband - Kandidat Valentin Petermeier in seinem Element

Finanzen, Ortsentwicklung und Breitband – Kandidat Valentin Petermaier in seinem Element

Adlkofen. Einen Wahlkampf-Marathon haben Adlkofens Freie Wähler am Donnerstagabend bei ihrer Abschlußveranstaltung in Göttlkofen erfolgreich hinter sich gebracht. Begonnen hatte die „Ochsentour“ schon am Freitagabend der Vorwoche im mit gut 200 Personen voll besetzten Saal der Gaststätte „Alter Wirt“. Dort waren auch der FW-Landratskandidat Peter Dreier und mit Kumhausens 1. Bürgermeister Thomas Huber; mit dem FW-Kreisvorsitzenden und Furths 2. Bürgermeister Josef Popp und dem Essenbacher Unternehmer Erwin Irlbeck weitere Kandiaten der FW-Kreistagsliste zugegen, als die hiesige FW-Vorsitzende Christa Passek zusammen mit Valentin Petermaier die Vorstellungen der Freien Wähler für die künftige Gemeindepolitik skizzierte. Gemeinderat Petermaier überraschte da mit zwei persönlichen Wünschen an den künftigen Gemeinderat: Um die Zersiedelung gewachsener Dorfstrukturen zu verhindern, erachtet er einen Flächennutzungsplan für Adlkofen in Zukunft unabdingbar und es werde auch Zeit „sich mit dem Gedanken an eine Mehrzweckhalle zu befassen.“

„Wir wollen uns“, so Gemeinderätin und FW-Spitzenkandidatin Christa Passek, „ausschließlich mit gesundem Menschenverstand und unserem Fachwissen für die ganze Gemeinde einsetzen.“ Ohne Parteibuch sollen künftig die Ziele gemeinsam im Gemeinderat erarbeitet und fernab parteipolitischer Vorgaben die für die Adlkofener Bürgerinnen und Bürger besten Lösungen umgesetzt werden. Weil es dazu auch an der Rathausspitze einer Änderungen bedarf, plädieren Adlkofens Freie Wähler geschlossen für die Wahl von Rosa-Maria Maurer zur Bürgermeisterin.

Auch im Alter selbständiges Wohnen in den eigenen vier Wänden

Um den auch für Adlkofen bevorstehenden demografischen Wandel gut bewältigen zu können, muß die Gemeinde familien- und seniorenfreundlicher werden. Christa Passek kam auch gleich ohne große Umschweife darauf zu sprechen, was darunter zu verstehen sei: Eines der wichtigsten Ziele der FW sei es, den Seniorinnen und Senioren im gesamten Gemeindegebiet ein möglichst langes selbständiges Wohnen in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Das lasse sich nur realisieren, wenn man weiter entfernt wohnende oder berufstätige Familienangehörige unterstütze und den Betroffenen selbst im Bedarfsfall Hilfestellung im Alltagsleben zukommen läßt. Die Freien Wähler wollen dazu eine Organisation in’s Leben rufen, welche verschiedene Hilfen anbietet und in die alle Generationen eingebunden sein sollten. Für Hilfesuchende sollte es im Rathaus darüber hinaus eine Anlaufstelle geben, die für das Projekt als Koordinationsstelle arbeitet und die Hilfe organisiert. „Da kann dann auch gleich bei mit anderen Stellen anfallendem Formularkram geholfen werden“, so Passek. Sie verwies dabei auf derartige funktionierende Projekte in verschiedenen bayerischen Gemeinden und Städten, die sie sich vor Ort angeschaut hatte und eine mögliche Förderung des Projekts durch das Bayerische Sozialministerium.

Akut drohendem Standortnachteil vorbeugen

Man weiß nicht so recht, wo man zuerst in Adlkofen beginnen soll, die Lebensumstände zu verbessern, so der Tenor ihrer weiteren Ausführungen. Die Rahmenbedingungen für den Erhalt der ärztlichen Versorgung und der Apotheke gehörten jedoch auf alle Fälle ganz weit vorne mit dazu. Christa Passek: „Fest steht, daß die Apotheke in Adlkofen aus Altersgründen geschlossen wird. Sollte sich kein Nachfolger finden lassen, verlieren wir ein wichtiges Element der Daseinsvorsorge“. Kein Arzt, keine Apotheke und in der Konsequenz daraus für Adlkofen einer der größten denkbaren Standortnachteile überhaupt. Die Suche nach einem Apotheken-Nachfolger würde sich jedoch unmöglich gestalten, so lange die Zukunft der Arztpraxis der Familie Dr. Maierhofer nicht gesichert ist. Bis eine Nachfolge aus der Familie möglich ist, vergehen jedoch – entgegen der Beteuerungen des jetzigen Rathauschefs – noch gut fünf Jahre. „Hier ist der Gemeinderat gefordert“ so Passek, „ mit neuen Ideen und Konzepten Abhilfe zu schaffen.“

Rathauschef sperrt sich wider besseren Wissens gegen Breitbandausbau

Eine Daseinsvorsorge vollkommen anderer Art, dafür auch ein immenser Standortvorteil für den Gewerbestandort Adlkofen, stellte Gemeinderat Valentin Petermaier aus der FW-Agenda in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Er forderte den Ausbau des schnellen Internets, räumte allerdings auch ein, daß es derzeit sehr schwierig sei, wegen der verwirrenden technischen Ausgangslage konkrete Ausbauvorschläge zu unterbreiten. Petermaier: „Aber wir sollten auf alle Fälle den Empfehlungen der Staatsregierung, der zuständigen Ministerien und der mit der Antragstellung befaßten Behörden und Organisationen Folge leisten, endlich Zuschußanträge einzurreichen, um von der Finanzierung nicht abgehängt zu werden.“ Bislang sei ein solches Vorhaben immer auf den erbitterten Widerstand des Rathauschefs gestoßen. Dabei betrage bei einem Fördersatz von 80 % der Förderhöchstbetrag 950.000 EURO. Petermaier: „Wenn sich die Leute für Adlkofen interessiern, kommt an erster Stelle nicht die Frage nach den Baulandpreisen, sondern die nach der vorhandenen Internetanbindung!“ Schnelle LTE-Internetanbindung über Mobilfunk sei zwar auch eine Option, so Petermaier, „aber halt auch die teuerste Variante für den Verbraucher.“

Dringend erforderlich: Mehrzweckhalle oder zweite Turnhalle

Landratskandidat Peter Dreier, FW-Spitzenkandidatin Christa Passek, Bürgermeisterkandidatin Rosa-Maria Maurer FW-Kreisvorsitzender Josef Popp und FW-Kandidat Valentin Petermaier beim Wahlkampfauftakt.

Landratskandidat Peter Dreier, FW-Spitzenkandidatin Christa Passek, Bürgermeisterkandidatin Rosa-Maria Maurer; FW-Kreisvorsitzender Josef Popp und FW-Kandidat Valentin Petermaier beim Wahlkampfauftakt.

Überraschende Gedankenspiele äußerte Petermaier gleich zu Beginn des FW-Wahlkampfes mit der Ankündigung, er halte es für drigend erforderlich, für die Gemeinde einen Flächennutzungsplan aufzustellen. Die Gegenargumente des bisherigen Bürgermeisters zu einer solchen Idee bezeichnete er als „haltlose Sperkulationsängste“; die Nachteile durch das Fehlen eines solchen Planes für Adlkofen hingegen als „gravierend“. Insbesondere die Gefahr der Zersiedelung und unübersichtlichen Gemeindeent-wicklung bringe die Attraktivität der Heimat und die damit verbundene Lebensqualität in Gefahr. Noch mehr ließ aber Petermaiers Wunsch nach einer Mehrzweckhalle aufhorchen. Entweder man denke „wegen Überlstung der vorhandenen an eine weitere Turnhalle oder gleich im Interesse der gesamten Bevölkerung und der Vereine an den Bau einer Mehrzweckhalle“, so der FW-Kandidat.

Kündigungswelle und Personalmangel im Rathaus haben Ursache

Das Stichwort „Bürgerfreundliches Rathaus“ läßt gerade in diesem Adlkofener Wahlkampf die Zuhörer immer wieder aufhorchen und Fragen stellen. Nur zu tief und schmerzvoll werden die vom jetzigen Rathauschef im menschlichen Umgang geschlagenen Wunden empfunden. Nicht umsonst, so Petermaier, sind Kämmerei und Geschäftleitung im Rathaus verwaist; haben qualifizierte Mitarbeiterinnen das Rathaus verlassen und lassen sich keine hochqualifizierten Nachfolger finden. „Wenn die Leute von einer Stellenausschreibung hören und erfahren der Posten sei in unserer Gemeinde zu bekommen, heißt es schnell >>Adlkofen – nein Danke<<!“ Es sei daher dringend geboten, das Rathaus neu zu organisieren. Es müsse wieder Anlaufstelle für alle Bürger mit Wünschen, Problemen, Sorgen und Anregungen sein. Wichtig dabei: Die Kommunikation mit den Bürgern müsse wieder auf eine vertrauensvolle Basis gestellt werden, Transparenz hergestellt und ein offener und ehrlicher Führungsstil Einzug halten.

Entgegen anderer Behauptung – Situation könnte gerettet werden!

Passek Maurer

Ein volles Haus für die Freien Wähler auch in Günzkofen

„Transparenz und Bürgernähe müssen als Basis demokratischer Gemeindepolitik wieder Einzug in das Adlkofener Rathaus halten“, so auch Bürgermeisterkandidatin Rosa-Maria Maurer, die zudem den Mitarbeitern wieder mehr Kompetenz und Entscheidungsbefugnis einräumen möchte. Sie zeigte sich bei ihren Wahlkampfauftritten als souveräne Bewerberin mit klaren Zielvorstellungen und dem nötigen Selbstbewußtsein. Dabei scheute sie auch die verbale Auseinandersetzung mit ihrem Kontrahenten nicht, der in den eigenen Wahlversammlungen besonders zu den Themen Ärzteversorgung und Apothekenerhalt den Adlkofenern nicht die Wahrheit berichte. So habe sie bei ihren eigenen Gesprächen mit der betroffenen Apothekerin und der Ärzteschaft vom wahren Ausmaß des Dilemmas erfahren; aber auch Ansatzpunkte für eine positive Regelung ausmachen können. Dr. Mohammad sei etwa bereit, der Gemeinde bei ihren Bemühungen um einen zusätzlichen Arzt für Adlkofen entgegen zu kommen. Rosa-Maria Maurer: „Außerdem gibt es einige in anderen bayerischen Regionen vorbildlich organisierte Modellprojekte, die auch für Adlkofen in Frage kommen könnten und zudem von der Staatsregierung nicht nur ausgezeichnet wurden, sondern auch mit einer sehr ansprechenden Förderung bedacht werden.“ Von Bürgern bei allen Veranstaltungen immer wieder auf diese Situation und ihre Ursachen angesprochen, mußte Maurer immer wieder auf die prekären Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat und die Verweigerung des Rathauschefs verweisen. „Wenn man nicht will, dann geht’s auch nicht“, so Maurer. Dabei könnte die Situation für Adlkofen bei entschlossenem Handeln durchaus noch gerettet werden.

Stiefkinder ehrenamtliches Engagement und sportliche Höchstleistungen

Als erfolgreicher Athlet habe man es in Adlkofen, so Maurer, „auch nicht gerade leicht.“ So wie die Leistung der vielen ehrenamtlichen Helfer in der Gemeinde als Selbstverständlichkeit genommen werde, würden auch herausragende sportliche Leistungen als nicht besonders erwähnenswert vom jetzigen Rathauschef erachtet. Dabei sind Vereine, wie Maurer und auch Valentin Petermaier unisono in den Veranstaltungen hervorhoben, „der Kitt für ein funktionierendes Gemeinwohl und eine dörfliche Gemeinde.“ Sie werde sich als Bürgermeisterin dafür einsetzen, daß den im Ehrenamt engagierten Bürgerinnen und Bürgern künftig die verdiente Anerkennung zuteil und die vom Bürgermeister abgeschaffte Sportlerehrung wiederbelebt werde. Maurer: „Wir haben Vizeweltmeister, Weltcupsieger, Europameister und Olympioniken unter uns, die den Namen Adlkofen positiv besetzt in die Welt tragen und sind nicht bereit, ihre Leistungen zu würdigen.“ Sollten sich die Adlkofener am 16. März für sie als neue Bürgermeisterin entscheiden, werde sie nicht nur das ändern. Ihr Motto „Demokratie leben“ stehe nicht umsonst für eine kommunale Arbeit im Sinne von „miteinander und füreinander“ über alle Parteigrenzen hinweg und die Absicht einer transparenten und offenen Amtsführung.

FW-Kandidat Dreier heimlicher Landratsfavorit der CSU

Peter Dreier - engagierter Regionalpolitiker mit Weitblick

Peter Dreier – engagierter Regionalpolitiker mit Weitblick

Während sich Landrtatskandidat Peter Dreier bei der ersten Veranstaltung den Adlkofenern noch persönlich vorstellte, übernahmen das die Gemeinderatskandidaten in den nachfolgenden Veranstaltungen. Die beste Empfehlung für seine Wahl so Dreier am Freitagabend, die auch immer wieder gerne wiederholt wurde, sei der Umstand, vom scheidenden Landrat Josef Eppeneder um eine Kandidatur für die CSU gebeten worden zu sein. Peter Dreier, der einen Wechsel von den Freien Wählern zur konkurierenden CSU abgelehnt hatte: „Eine bessere Empfehlung kann es eigentlich für meine Wahl nicht geben!“ Der überaus engagierte und innovative handelnde Bürgermeister von Hohenthann versprach, sich als Landrat für die Stärkung und Weiterentwicklung der flächendeckenden medizinischen Versorgung einzusetzen, von der letztendlich auch die Adlkofener profitieren könnten. Die Erarbeitung und Umsetzung eines regionalen Verkehrskonzeptes erachte er, so Dreier, „als einen Impuls für Zukunft und Heimat.“

Bettina Schwarz – Kreistagskandidatin mit mitreißender politischer Leidenschaft

Kreistagskandidatin Svhwarz in Günzkofen

Kreistagskandidatin Svhwarz in Günzkofen

In der Günzkofener Nachmittagsveranstaltung am Sonntag erlebten die Freien Wähler und ihre Zuhörer dann noch einen äußert erfreulichen und seiner Natürlichkeit wegen angenehm unbeschwert auffallenden Redebeitrag der als Kreisrätin kandidierenden Bettina Schwarz. Die 21jährige tritt auf der Kreistagsliste „Junge Wähler“ an und berichtete in einer leidenschaft-lichen Rede von ihrer Motivation, sich für die Jugend im Kreistag engagieren und dabei auch die ältere Generation mitnehmen zu wollen. Dem Applaus für ihre Ausführungen folgend, dürfte sie an diesem Tag einige Stimmen für sich in Günzkofen gewonnen haben.

Zum Abschluß des FW-Wahlkampfes am Mittwochabend dann, war auch die Stube des Gasthauses Erlmeier in Göttlkofen wieder bis auf den letzten Platz besetzt. Valentin Petermaier, der Haushaltsexperte der Freien Wähler, nutzt die Gelegenheit noch einmal ausführlich die finanzielle Lage der Gemeinde Adlkofen zu beleuchten. Das sei notwendig, weil der amtierende Rathauschef den Wählern weiterhin Sand in die Augen zu streuen und sich mit fremden Federn zu schmücken versuche. Der Radweg von Adlkofen bis Blumberg zum Beispiel war schon vor Amtsantritt des jetzigen Bürgermeisters fertig gewesen und für den beschlossenen Weiterbau habe die Gemeinde „nur“ 40.000 EURO aufgewendet. Der Bau des Radweges sei dagegen Sache des Freistaates der daher auch die Baulast trage. Auch die benannten 13 Millionen hohe Investitionssumme werde nicht korrekt dargestellt, da der tatsächlich von der Gemeinde im Zeitraum von 2002 bis 2014 investierte Betrag gerade einmal rund 7 Millionen ausmache. Petermaier: „ Das Seniorenheim ist und war nicht die Leistung der Gemeinde; der Radweg ist nicht Leistung der Gemeinde und wenn man genau hinschaut steht die Gemeindeverwaltung vor einem Kollaps – so schaut’s aus!“

Dieser Beitrag wurde unter Adlkofen abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar