Traditioneller Leonhardiritt bei spätherbstlichem Sonnenschein

Harmonie Reiter Pferd

Perfekte Harmonie von Reiter und Pferd

Adlkofen. Fotos von der Pferdesegnung gibt es heuer im ADLKOFENER BLATT’L keine. Auf die Ankündigung in der Gottesdienstordnung zum Beginn der Veranstaltung vertrauend, traf der Fotograf am letzten Sonntag erst kurz vor 14.30 Uhr am Ort des Geschehens ein und war prompt zu spät: Die Pferdesegnung hatte bereits eine halbe Stunde vorher statt gefunden. Da aber dem Adlkofener Reitverein als Veranstalter des Leonhardiritts die Leserinnen und Leser unserer Onlineausgabe „wurscht“ sind – wie man das in Bayern so schön formuliert – kam nicht nur der Reporter zu spät, sondern mit ihm auch einige enttäuschte Zaungäste. Unter den Besuchern der Pferdesegnung selbst haben wir angetroffen die Gemeinderäte Bernhard Westermeier und Alois Winter sowie den Geisenhausener Altbürgermeister Kreisrat

Robert Maier. Selbstverständlich war zu dem Anlaß auch die Adlkofener Feuerwehrpro-minenz vor Ort, aber weniger zum Vergnügen als vielmehr um einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung verkehrstechnisch sicher zu stellen. 

Die Ansprache von Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer ist dem „BLATT’L“ natürlich auch entgangen. Wir wissen aber, daß sie nach der Begrüßung der rund hundert sich am Dorfplatz eingefundenen Zuschauer auf die Tradition des Adlkofener Leonhardiumritts einging und den Verein ermunterte, sie beizubehalten. Auch hat die vor zwei Jahren von uns geübte Kritik an der Praxis, Pfarrer Schober von Pferd zu Pferd eilen zu lassen, um den Segen zu spenden, ein nachhaltiges positives Echo gefunden. Heuer zogen die Reiter ausnahmslos am Geistlichen vorbei und kamen so in den Genuß des göttlichen Segens. Danach war aber auch in diesem Jahr schon wieder mehr oder weniger Chaos angesagt.; es ging etwas drunter und drüber, keine wußte so recht, was als Nächstes und wohin?

Als es an der Tete von hoch zu Roß auf Reaktion eines Meinungsaustausches unter Besuchern in die Zuschauerreihen klang „Was? schlecht organisiert? So einen Schmarr’n – nur zuhören tut keiner!“ war leicht zu erkennen, daß die Nerven bei einigen Verantwortlichen blank zu liegen schienen. Inzwischen war die Nervosität auch ein wenig auf einen Teil der Feuerwehrler übergesprungen. Sie sollten die Straße absperren, wußten allerdings nicht, wohin sich die Kolonne bewegen wollte. Das erfuhren sie erst, als die Pferde bedrohlich nahe vor ihnen standen und ein erneutes Kommando aus luftiger Höhe kam: „da geht’s lang!“ Die Peitsche in der ausgestreckten Hand wies in Richtung Kramerstraße.

Die „kurzhaxat’n“ Vierbeiner wie Pony, Miniaturpferdchen und Esel, die gleich zu Beginn des Umritts noch an der Kolonnenspitze waren, wurden – sofern es überthaupt beabsichtigt war, den Weg nach Setzensack mitzumachen – schnell überholt. Auf dem Weg vom Dorfplatz über die Haupt- und Kramerstraße auf der Blütenstraße in Richtung Elisabethstift und von dort über die Brandmeier-, Haupt-, Schuhbauer- und Setzensackstraße wurde die Kolonne immer länger. Im Tal angekommen, an der Kläranlage vorbei, zog sich der Umritt dann ja sowieso in’s schier Unendliche. Irgendwie auch logisch, wenn Reitpferde die Spitze übernehmen. Allein aufgrund ihrer Schrittlänge legten die ein Tempo vor, da kommt ein kürzeres Stockmaß halt einfach nicht mit.

Auf der Wiese vor der Kapelle in Harskirchen wurden die Vierbeiner mit ihren Reitern oder den wacker zu Fuß mitlaufenden Begleitern bereits von Pfarrer Johann Schober, der Bürgermeisterin und den Grafenhauner Jagdhornbläsern erwartet. Die waren ja schon vor der Pferdesegnung am Dorfplatz in Aktion getreten. Nach einer kurzen Rede von Pfarrer Schober und einigen klangvollen Stücken der Bläser machten sich Pferd und Reiter, Tinker und Esel, über die Betonpiste hinauf in Richtung Blumberg wieder auf den Weg zurück nach Adlkofen. Beim Aufbruch trat eines der edlen Rößer unglücklich in den Straßengraben, zog sich eine stark blutende Wunde am Vordermittelfuß zu und mußte mit einem kräftigen Preßverband „verarztet“ werden. Weiteres Mißgeschick blieb Vier- und Zweibeinern gottlob erspart.

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