Adlkofener-Blattl

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Gemeinderat beschließt Bürgerentscheid

Mit zweifelhafter Moral über klare Bestimmungen hinweg gesetzt

Adlkofen. Recht, Bürgerwille und Moral – drei Dinge, die ein Teil der Adlkofener Gemeinderäte in seiner Sitzung gestern Abend wieder einmal nicht auf die Reihe bekam. Weil der Bürgerwille klar erkennbar sei, wäre man „moralisch verpflichtet“, so ausgerechnet ein Jurist, den Bürgerentscheid durchzuführen. Für den SPD-Mann Hubertus Werner spielte es dabei keine Rolle, daß dieser weder formell noch inhaltlich – sprich „materiell“ – den rechtlich vorgegebenen Regelungen entspricht. Das hatte die Kommunale Rechtsaufsicht beim Landratsamt Landshut im Vorfeld der gestrigen Gemeinderatssitzung als Ergebnis ihrer Überprüfung der dort zur Kontrolle eingereichten Unterlagen festgestellt.

Im Jahr 2016 hatte der Gemeinderat eine Satzung beschlossen, die klar und unmißverständlich regelt, wie die Unterschriftenlisten zu einem Bürgerbegehren auszusehen haben und deren Bestimmungen eine Mehrheit gestern Abend schon nicht mehr interessierte. In der Form, wie von der Bürgerinitiative eingereicht, fehlt es nämlich an diesen Erfordernissen. Bei der Entscheidung im Gemeinderat, den Bürgerentscheid dennoch durchzuführen, mußte letztlich die „Moral“ als Rechtfertigung für den beschlossenen Rechtsbruch herhalten. Die Frage, was es für eine Moral sein soll, die je nach Bedarf und Stimmungslage Recht und Gesetz ausblendet und über den Haufen wirft, wenn es ihren Wortführern eben in den Kram paßt, war dabei gerade einmal vier Gemeinderäten und der Bürgermeisterin eine Überlegung und das entsprechende Abstimmungsverhalten wert. Besonders kurios dabei die Argumentation von