Adlkofener-Blattl

Schlagwort Archiv: Asylbewerber

32jährigen Asylbewerber unter Terrorverdacht festgenommen

Adlkofen. Auf dem Weg von der Asylbewerberunterkunft zur Bushaltestelle klickten am Mittwochmorgen die Handschellen. Von einem Spezialeinsatzkommando der Bayerischen Polizei wurde ein 32jähriger Asylbewerber unter Terrorverdacht festgenommen. Der Mann leistete bei seiner Festnahme den Angaben der Bundesanwaltschaft zufolge keinen Widerstand.

Der Syrer soll sich als Mitglied an dem syrischen Al-Kaida-Ableger der Al-Nusra-Front „Jabhat al-Nusra“und den Daesh (IS) beteiligt haben. Außerdem habe er gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen.

Der Bundesanwaltschaft zufolge gründete der Mann 2011 in Syrien zusammen mit anderen Verdächtigen eine zur „Al-Nusra-Front“ gehörende Kampfeinheit. Deren

„Was geht das die Öffentlichkeit an?“

Banale Anfrage der CSU bringt MGRn Weindl auf die Palme

Geisenhausen. In Gemeinderatsitzungen ist es allgemein üblich, das zum Ende des öffentlichen Sitzungsteiles die einzelnen Mitglieder ihre Wünsche, Anregungen und Fragen an den Rathauschef oder die Verwaltung richten können. Der Marktgemeinderat von Geisenhausen macht da keine Ausnahme und so konnte sich auch am Dienstagabend die CSU-Fraktionssprecherin Elisabeth Rauchensteiner-Holzner mit einer ganz einfachen und emotionslos vorgetragenen Frage an Bürgermeister Josef Reff wenden. Sie wollte wissen, ob es – wie aus Bevölkerungskreisen an sie herangetragen – richtig sei, daß in der Nacht vom 15. auf den 16. Januar „die ganze Nacht über“ mehrmals Rettungsdienst, Notarzt und Polizei zum Asylbewerberheim nach Geisenhausen gerufen worden wären. Sie wollte wissen ob das zuteffend ist und wenn ja, welche Ursachen ein so massiver Einsatz dann gehabt habe. Da Bürgermeister Josef Reff von einer solchen Einsatzhäufung keine Kenntnis hatte bzw. von überhaupt keinem Einsatz im Asylbewerberheim für die fragliche Zeit unterrichtet war, sicherte er zu, bei der zuständigen Polizeiinspektion über den Sachverhalt nachzufragen.

Als die Reihe der Anfragen nach einer Weile an Marktgemeinderätin Renate Weindl (SPD/Freie Bürgerliste) war, kam von ihr ein ziemlich aufgeregt-giftiger, mit fauchendem und sich mit jedem Wort steigerndem Unterton vorgetragener Frontalangriff auf die CSU-Fraktionssprecherin und man konnte schon dabei den Eindruck gewinnen, der echauffierten Marktgemeinderätin bliebe über eine so ungebührliche Anfrage gleich die Luft weg. Ausgerechnet das Asylbewerberheim, da gipfelte ihre Aufregung wie selbstverständlich in der zornigen Frage „was geht das die Öffentlichkeit überhaupt an?“

Warum die Klärung der Vorfälle in aller Interesse ist

Offenbar eingeschüchtert von der Heftigkeit des Wortschwalls oder womöglich der drohenden Option des Herztodes, wagte es niemand in der CSU, diese Frage auch nur ansatzweise zu beantworten. Das macht nun die Redaktion und stellt grundsätzlich dazu fest: die Öffentlichkeit hat jedes denkbare Interesse daran, zu solchen Vorgängen unterrichtet zu werden! Die Anwohner in der unmittelbaren Nachbarschaft, da sie direkt von den Einsatzfahrten betroffen sind und wissen wollen, ob sie von einer sich eventuell abzeichnenden Entwicklung mehr betroffen sein könnten ; die Allgemeinheit, weil womöglich ihre Sicherheitsinteressen betroffen sein könnten und darüber hinaus auch generell, da sie, wenn auch nur indirekt, die finanzielle Last solcher Einsätze trägt. Letztendlich liegt es aber auch im grundsätzlichen Interesse der Asylbewerber selbst, wenn über solche Vorfälle oder ihre Schilderung in der Öffentlichkeit berichtet wird, um unnötigen und böswilligen Spekulationen den Nährboden zu entziehen. Tatsache ist nämlich, daß es in der fraglichen Nacht insgesamt nur zu zwei Einsätzen gekommen ist und die wiederum keinen Grund für eine öffentliche Besorgnis bieten.

Polizeispecher unterstreicht: Keine besonderen Vorfälle!

Da die Öffentlichkeit entgegen der Auffassung von MGR Weindl jedoch bei Weitem nicht ausreichend über die von ihr geschilderte Gepflogenheit unterrichtet ist, daß selbst aus rein gesundheitsbedingten Gründen bei Rufen nach Sanka oder Notarzt eine Polizeistreife mit an den nicht gegebenen „Tatort“ geschickt wird, hat die Redaktion konkret nachgefragt. Wie von einem Polizeisprecher zu erfahren war, ist der Sachverhalt im fraglichen Zeitraum, wie von MGRn Rauchensteiner-Holzner angefragt, nicht richtig dargestellt. Polizei, Notarzt und Rettungswagen waren keineswegs „die ganze Nacht über am Asylbewerberheim in Geisenhausen“ zugange, sondern es sind lediglich zwei Einsätze durch die Polizei vermerkt.

Auch die Ursache hierfür ist für Außenstehende absolut banal: Eine relativ schnell beigelegte Streiterei am Donnerstag Abend gegen 22 Uhr unter Unterkunftsbewohnern und ein krankheitsbedingter Einsatz in den frühen Morgenstunden des Freitags gegen fünf Uhr. An der Stelle sollte sich MGRn Weindl vielleicht einmal an die eigene Nase faßen und nicht nur andere an deren ziehen wollen: Es kommt nicht so gut, die eigene Argumentation unterschwelig mit falschen Annahmen untermauern und dann auch noch als Fakten darstellen zu wollen. Es ist ja keineswegs so, wie von ihr suggeriert, daß es „nur“ Krankheitsfälle waren.

Weniger Emotionen – auch bei den „Bunten“ – wären gut

Dabei könnte Vieles einfacher sein, wenn man nicht immer alles krampfhaft durch die „Auf Biegen und Brechen rechtsradikale Verschwörungstheorien“-Brille sehen und sich mit mehr gesunder Distanz emotionslos dem Thema „Asyl“ nähern würde. Damit scheinen allerdings vornehmlich die beiden Marktgemeinderätinnen Weindl und Püschl ihre Probleme zu haben, wie auch eine weitere Anfrage vom Dienstagabend zeigt. MGRn Elisabeth Püschl (FWG) wollte nämlich vom Rathauschef wissen, wie sich das denn nun mit den von ihr mehrfach geforderten Arbeitsplätzen für Asylberwerber verhalte und ob die Gemeinde inzwischen welche eingestellt habe?

Ohne Zweifel kein Grund, sich über eine solche Frage generell aufzuregen. Bedenklich ist allerdings, daß in den dreieinhalb Jahren, in denen das „ADLKOFENER BLATT’L“ die öffentlichen Sitzungen des Marktgemeinderates verfolgt und darüber berichtet, von MGRn Püschl nicht eine einzige vergleichbare Frage zu möglichen Arbeitsplätzen für deutsche Arbeitnehmer bzw. Arbeitsuchende an die Rathauschefs gerichtet worden war. So, als gäbe es im Markt keine Einheimischen, die von Arbeitslosigkeit oder gar Langzeitarbeitslosig- keit betroffen wären. Bei Asylbewerbern aber überschlägt sich offenbar das soziale Gewissen. Und das läßt tief blicken…

Die Frage übrigens konnte Bürgermeister Josef Reff für die Interessenslage der Marktgemeinderätin positiv beantworten. Der Markt Geisenhausen hat in der Zwischenzeit tatsächlich einen Asylbewerber in ein Arbeitsverhältnis übernommen. Und das wiederum ist durchaus doppelt anerkennenswert.