Projektant entpuppt sich als Gauner

Geschichte von Schloß Deutenkofen um eine Episode reicher – Denkmalschützer ein frustrierendes Erlebnis

Deutenkofen. Monopoly – schon lange nicht mehr gespielt. Aber die Erinnerung ist noch da, an diese gräßliche Ereignisskarte „Ziehen Sie nicht über LOS, ziehen Sie nicht 4.000 Mark ein. Gehen Sie direkt in das Gefängnis“. So etwas Ähnliches könnte jetzt auch Walter Morsch ereilen. Allerdings im realen Leben und mit Eisenstäben vor dem Fenster. Der vorgebliche Thüringer Gestütsbesitzer und nach eigenen Worten Schloß Deutenkofen „wachküssende“ Immobilien-Projektant hat versucht, am „großen Rad“ zu drehen und sich inzwischen als waschechter Hochstapler entpuppt. Manch einer nimmt auch schon das Wort vom „Betrüger“ in den Mund: Morsch ist dem Verkäufer der Deutenkofener Liegenschaft den Kaufpreis schuldig geblieben. Woraufhin Alfons Aigner, der echte Schloßherr, vom Verkaufsvertrag zurückgetreten ist und wie er der Redaktion gestern schilderte, seinen Rechtsanwalt damit beauftragt hat, gegen den Thüringer Strafananzeige wegen Betrugs zu erstatten.

Das Faß zum Überlaufen brachte nach Worten Aigners wohl auch die Tatsache, daß er auf den nicht unerheblichen Notarkosten für den Scheinkauf sitzen bleibt. In einem Gespräch mit einem Thüringer Gerichtsvollzieher, zu den Chancen bei Walter Morsch zumindest diese Kosten zu vollstrecken, muß der mit „dem Ausdruck des Bedauerns“ beschieden haben. Aigner ist unseren Informationen nach außerdem nicht der alleine Geschädigte. Ein Vermessungsbüro, welches der Hochstapler mit der genauen Vermessung der Deutenkofener Grundstücksgrenzen beauftragt hatte, muß seinen Ausführungen zufolge auf seiner Honorarforderung sitzengeblieben sein.

Aigner räumt eigene Fehler beim beabsichtigten Verkauf ein. So habe er sich trotz mehrfacher Aufforderung zur Vorlage eines Kapitalnachweises beziehungsweise einer Finanzierungszusage immer wieder mit Ausreden von Morsch vertrösten lassen. Auch im Notartermin, bei dem der erklärt hatte, er würde den Kauf ohne Bankhilfe stemmen und benötige daher keine Eintragungsvormerkung zu Gunsten einer finanzierenden Bank, waren die Alarmglocken nicht wirklich losgegangen. Alfons Aigner: „Ich wollte dieses Frustobjekt einfach loswerden. Es macht keinen Spaß, eine Immobilien zu sanieren, wenn bei jedem Brett das man in die Hand nimmt, das Denkmalamt wissen will, was jetzt damit passiert!“

Der Ärger mit den Landshuter Denkmalschützern hatte nach Worten von Alfons Aigner schon damit begonnen, daß er ein Konzept für die zukünftige Verwendung des Schloßes vorlegen mußte, um überhaupt als Gesprächspartner ernst genommen zu werden. Als dann allerdings das Denkmalamt versucht hatte, ihm vorzuschreiben, mit welchem Architekten und mit welchem Statiker er bei der Schloßsanierung zu arbeiten habe, kam es zu einem juristischen Zusammenstoß. Der Rechtsanwalt von Alfons Aigner hatte den Denkmalschützern ihre Grenzen aufzeigen müssen und Aigners Grundrechte verteidigt.

Inzwischen ruhen die Arbeiten an den alten Gebäuden schon wieder eine Reihe von Monaten und der Verfall schreitet munter voran. Aigner: „Es ist schade um die Gebäude!“ Allerdings mache es für ihn keinen Sinn, sich dem Ärger und Frust mit dem Denkmalschutz erneut auszusetzen. Daher habe er sich zum Verkauf der Immobilie entschlossen. So wird das auch jetzt nach dem Reinfall mit dem Thüringer „Projektentwickler“ wieder sein, der im Übrigen seine Angebote zum Schloß immer noch nicht aus dem Immobilienscout entfernt hat. Vermutlich sucht Morsch mit der Offerte jetzt ein paar Dumme, die ihm einen Vorschuß auf was auch immer im Zusammenhang mit den Plänen zum Schloß Deutenkofen zahlen.

Real hingegen und absolut seriös ist nur ein Immobilienangebot zum Schloß in Deutenkofen – das von Alfons Aigners Firma, der Alfa AG mit Büro in Tunzenberg. Ernsthaften Interes-senten sei jedoch in’s Stammbuch geschrieben, es wird nur noch Verkaufsgespräche mit dem echten Schloßherrn geben, wenn ein seriöser Kapital- oder Finanzierungsnachweis als Grundlage vorliegt. Aigner: Ich will das Schloß loswerden, ja – aber nicht um jeden Preis und nicht noch einmal, um am Ende eine solche Erfahrung zu machen.“

Mit einem Klick zum realen Angebot für Schloß Deutenkofen.

Dieser Beitrag wurde unter Adlkofen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar