Neues FFW-Gerätehaus für Günzkofen

Adlkofen. Die Granden der Günzkofener Wehr werden es mit Freuden vernommen haben. Voll des Lobes und nahezu überschlagen vor Anerkennung über eine „so aktive, hochmotivierte, bestens ausgebildete und mit rund 30 Prozent junger Wehrmänner vorbildliche Feuerwehr“ auch in der Altersstruktur, hat sich am Montagabend Erste Bürgermeisterin Maurer bei ihrer Überleitung zum eigentlichen Beratungsthema: Die FFW Günzkofen braucht ein neues Gerätehaus.

Konkrete Planungen und Vorstellungen über die Größe und Ausstattung dieser Neubaumaßnahme gab es am Montagabend noch nicht. Die äußerst bescheidenen Vorstellungen der Floriansjünger sind den Räten inzwischen zwar bekannt, offiziell blieben sie jedoch vorerst bei den Akten. Die in der Sitzung gezeigte Skizze offenbarte nur den angedachten Standort am – oder besser gesagt „im“ – Ranken des Günzkofener Bolzplatzes zur Geisenhausener Straße hin. Der Platz, so die Rathauschefin, wäre ideal, da die Gemeinde der Grundstückseigentümer sei. Mit wenig Abstrichen könne möglicherweise auch der Bolzplatz weitgehend erhalten bleiben.

ffw-gerätehaus guenzkofen 2017

Das FFW-.Gerätehaus in Günzkofen

Die jetzigen Raumverhältnisse im Gerätehaus gleichen eher einem Schuhkarton. Neben dem Einsatzfahrzeug hat kaum noch Ausrüstung geschweige denn ein Floriansjünger zum Umziehen richtig Platz. Die Unzumutbarkeit des beengten und teilweise in baulich katastrophalen Zustand vorhandenen Raumes an sich, ist der Verwaltung nicht neu, lediglich der Wunsch nach einem neuen Gerätehaus war bisher nicht so konkret an die Gemeinde herangetragen worden.

Im Sommer 2017 dann, nach der Indienststellung des neuen rund 340.000 EUR teuren Fahrzeuges für die FFW Reichlkofen, wurden in Günzkofen Stimmen hinter vorgehaltener Hand laut, die ebenfalls mit einem solchen Wagen liebäugelten. Das jetzige Gerätehaus wäre für einen solchen Hochleistungskoloß ohnehin viel zu klein und so machte in Günzkofen schnell eine „große Lösung“ die Runde: Nicht nur ein neues Gerätehaus, sondern ein vollkommen neues Feuerwehrhaus könnte man doch anstelle des Bolzplatzes bauen. Groß genug, um nicht nur der FFW Günzkofen und ihrer Ausrüstung eine neue Heimat zu sein. Nein man könne dort doch so bauen, unter – auch finanzieller – Mithilfe weiterer Vereine, daß zumindest für die seit dem Wegfall des Jenkofener Gasthauses heimatlos gewordenen Schützen ein Schießstand möglich sein sollte. Auch der Günzkofener Gartenbauverein, so war in den Sommermonaten zu vernehmen, wäre unter Umständen an einer neuen Bleibe interessiert. Und da alle dann beteiligten Vereine auch nicht gerade am Hungertuch nagen, sollte diese Idee einer umfassenden Baumaßnahme, eines „Kombiheimes Feuerwehr und Vereine“ oder „Vereinsheims mit FFW-Gerätehaus“ eigentlich auch finanzierbar sein. (Anmerkung am Rande: Geld hätte die Gemeinde gerade jetzt ebenfalls dafür ausreichend, verkündete Bürgermeisterin Maurer in der Sitzung doch stolz den derzeitigen Kassenstand mit rund 3.110.000 EUR).

So ein LF10 würde auch der FFW Günzkofen gut zu Gesicht stehen

Offiziell wird dieses Wunschdenken in Günzkofen heftig dementiert. Einen Diskussionsbeitrag von GRn Christa Passek in diese Richtung wies Bürgermeisterin Maurer zudem eilfertig zurück mit der Argumentation, die Günzkofener Wehr würde das nicht wollen. Und auch ihr wäre es nicht Recht, sei in Günzkofen doch noch ein Gasthaus vorhanden, auf das ebenfalls Rücksicht zu nehmen wäre.

Gemeinderat Winter erinnerte an die leidge und vollkommen aus den Fugen geratenen Geschichte der FFW Adlkofen mit ihrem „Untermieter“ und riet drigend davon ab, etwas anderes zu bauen, als ein reines Feuerwehrhaus. Wenig später widersprach er sich zwar mit der Feststellung, daß in Günzkofen ohnehin „jeder in jedem Verein Mitglied ist“ und man es so betrachtet ruhig den Günzkofenern selbst überlassen könnte, wie sie ihre Angelegenheiten regeln wollen. Das Thema eines zukunftweisenden und die Vereinsproblematik in Günzkofen auf längere Sicht lösenden FFW-Neubaues war jedoch in dieser Gemeinderatssitzung vom Tisch.

neuer standort des ffw-gerätehauses in güenzkofen

Der neue Standort am südwestlichen Ende des Bolzplatzes: Mitten rein in die Hecke. Jede Wette: Bäume und Sträucher haut man dann wieder mitten in der Vogel-Brutzeit über den Haufen…

Einstimmig sprachen sich die Gemeinderäte für einen Neubau des Gerätehaus aus. Der Standort wurde mit der Gegenstimme von GR Hans Strasser beschlossen. Er wollte die Wehr in Günzkofen zentraler und verkehrsgünstiger untergebracht wissen. Seine Anregung wurde mit dem Adlkofener Totschlagsargument „es will niemand ein Grundstück verkaufen“, von der Rathauschefin entkräftet.

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