„MSC Berg“ gewinnt Blumberg

„Wibbes Mofa Blosn“ macht das Rennen in der Serie

Mit erhobenen Händen signalisiert Clubpräsident Bernhard Roider die Zieleinfahrt

Rennen aus: Wahre Autoritäten brauchen dazu keine Start-/Zielflagge

Blumberg. Mit der drückenden Hitze der letzten beiden Jahre hatten die Rennfahrer bei diesem Rennen keine Probleme und so ist der Rennverlauf eher als „ruhig“ zu vermelden. Leider gilt das auch für das Geschehen neben der Rennpiste. Diese „soll’s jetzt regnen oder nicht“ Wetterlage hat wohl viele von einem Besuch der Veranstaltung oder einem längeren Verweilen an der Rennstrecke abgehalten. Kein Vergleich zum letzten Jahr, wo sich schon zum Start das Publikum dicht gedrängt durch die Boxengasse schob. Heuer hingegen blieb das reichlich überschaubar, wie auch das Beitragsbild zeigt. Zur Siegerehrung hin füllte sich zwar das bis dahin meist nur gut zur Häflte ausgelastete Zelt neben der Rennstrecke wieder, aber so richtig zufrieden dürften die veranstaltenden Motorradfreunde Adlkofen mit dem Besuch der gestrigen Veranstaltung objektiv betrachtet eigentlich nicht sein. Zum Rennschluß lag ein Ergebnis der Spendenaktion noch nicht vor.

Das Experiment mit dem vorausfahrenden Quad und dem Versuch eines fliegenden Starts trug eher zur Irritierung der Rennbesucher bei, als zu einer Attraktivitätsteigerung des Rennens. Diese Art der Renneröffnung macht bei den Trabern Sinn, bei einer Motorsport-veranstaltung ist sie fehl am Platz. Bezeichnend die an einen neben der Strecke stehenden Ordner von einem Zuschauer gerichtete Frage, „sind jetzt die schon losgefahren, war das der Start?“

Er war es und er verlief absolut unspektakulär. Vielleicht war es ja gerade das, was die Veranstalter damit erreichen wollten. Leider waren damit das Mitfiebern und die Spannung ebenfalls dahin.  Im Fahrerfeld wieder mit dabei die „Holzner Hütte“ mit den Fahrern Joseph Ecker, Alois Winter und Josef Wippenbeck. Als zweimaliger Vorjahressieger war die „Holzner Hütte“ auch diesmal heiß gehandelter Favorit in der offenen Klasse und konnte dieser Rolle in Führung liegend bis zwei Stunden vor Rennende auch gerecht werden. Dann streikte der Motor. Bis der Schaden behoben war, verstrich kostbare Zeit, die Kontrahenten vom MSC Berg und dem Team „Zylinderköpfe“ machten Runde für Runde gut und fuhren schließlich einen satten Vorsprung heraus. Nach gut einer Stunde konnten die Fahrer der „Holzner Hütte“ wieder in das Renngeschehen eingreifen und mit ihrem entschlossenen Fahrstil auch wieder Plätze auf die führenden Teams gutmachen. In der Endabrechnung reichte es mit 120 Runden jedoch nur für den 3. Platz. Gewonnen hat das Team vom MSC Berg mit 140 Runden vor den „Zylinderköpfen“ mit 132 Runden.

In der Klasse „Serie“ entschied die „Wibbes Mofa Blosn“ das Rennen mit 133 Runden für sich; gefolgt von der „Zweigstelle Oberviehbach“ mit 127 Runden vor dem mit einer Runde Differenz auf den 3. Platz verwiesenen „Gewikiner Racing Team“ (126 Runden). Den Damenpokal holten sich auch in diesem Jahr die „Pink Ladies“ vor Regina Daffner, die wieder als „Solomadl“ bewnundernswert aber chancenlos ihre Runden zog.

Für die Rettungskräfte waren die diesjährigen „6 Stunden von Blumberg“ gottlob eine ruhige Angelegenheit. Neben ein paar beim Schrauben an den Maschinen entstandenen Schnittwunden waren nur zwei Fahrer nach einem Sturz vorsorglich in’s Krankenhaus für eine Röntgenaufnahme zu verbringen. Sie sind wohlauf, von einer ernsthaften Verletzung blieben beide verschont.

Glimpflich abgegangen ist der Renntag letztendlich auch für zwei Akteure während der Wartezeit auf die Siegerehrung. Sie waren im hinteren Teil des Zeltes handfest aneinandergeraten, konnten jedoch gerade noch rechtzeitig von ihren Begleitern getrennt werden, ehe die Fäuste so richtig flogen. Kein Aushängeschild für die beteiligten Schläger, dafür eine weitere Aufgabe für den Veranstalter.

Die 6 Stunden Mofarennen vom gestrigen Tag hinterlassen nicht nur wegen der Handgreiflichkeiten im Vergleich zu den letzten Rennen gemischte Gefühle. Das Wetter kann sich ein Veranstalter ja nicht aussuchen; die Rahmenbedingungen und der Flair einer Rennveranstaltung hängen jedoch nur zu einem geringen Teil von Petrus Launen ab. So sind über zwei Stunden Wartezeit auf die Siegerehrung absolut zuviel des Guten. Auch wenn eine solche unverhältnismäßig lange Zeit der Kasse des Wirts gut tun mag, was diesem ja gegönnt ist, für die Rennbesucher stellt eine solche Pause eine Zumutung dar.  Für das Jubiläumsrennen „6 Stunden  Mofarennen Blumberg“ im kommenden Jahr müssen sich die Veranstalter etwas mehr in’s Zeug legen, um wieder echte Motorsportatmosphäre an die Rennstrecke zu zaubern, als es diesmal der Fall war.  Ob ein 10-Stunden-Rennen aus Anlaß des 10jährigen Jubiläums,  mit dem die Veranstalter Gerüchten zufolge liebäugeln sollen, dafür ausreichend sein sollte, ist eher unwahrscheinlich.

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