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„Einrichtungsgebühr“ beschlossene Sache – Abwassergebühr wird auf einen Tarif umgestellt

Adlkofen. Eine Gemeinde – eine Gebühr. Eigentlich logisch und in einer Komune eine Selbstverständlichkeit. So sollte das jedenfalls sein. Was aber, wenn Ortsteile bislang für ihre Einrichtungen – wie Kläranlagen – selbständig aufgekommen sind, die Kosten des Unterhalts also von den unmittelbaren Nutznießern allein getragen wurden? Kann und sollte man hier nicht andere Wege gehen und diese Lasten auf die Allgemeinheit umlegen? Man kann, man sollte und hat das auch getan. In der letzten Sitzung des Gemeinderates wurde ein entsprechender Beschluß mit 11:3-Stimmen gefaßt. Gegen die abrechnungstechnische Zusammenlegung der fünf Kläreinrichtungen der Gemeinde Adlkofen in der „Einrichtungseinheit“ stimmten die Gemeinderäte Alexandra und Christa Passek sowie Hubertus Werner.

Es sind die „ewigen Probleme“ mit den Klärteichen von Pattendorf, die eine solche Entscheidng in’s Gespräch brachten. Wie berichtet, sind die einfach nicht dicht zu bekommen und müssen noch in diesem Jahr erneut saniert werden. Die Kosten hierfür belaufen sich – je nach Art der Vorgehensweise – zwischen 40.000 und 100.000 EUR. Eine finanzielle Belastung, die gerade junge Familien und Häuslebauer vor gewichtige Probleme stellen können. Das jedenfalls die Ansicht von 2. Bürgermeister Valentin Petermeier, der damit leidenschaftlich für die Einrichtungseinheit plädierte und zu bedenken gab, daß weitere drastische Einschnitte für den Betrieb von Teichkläranlagen durch die EU bei den Fachbehörden für die Zukunft erwartet werden. Solche Ausgaben könnten einfach leichter von den Bürgern gestemmt werden, wenn sie auf eine große Gemeinschaft verteilt werden können.

Zahlen – egal aus welcher Quelle – sind, ohne sie geprüft zu haben, immer dann ein Problem, wenn sie als Grundlage für Entscheidungen dienen sollen. Erst recht, wenn eigene überschlägige Berechnungen zu abweichenden oder gar anderslautenden Ergebnissen führen. Und so informierte Gemeinderat Hubertus Werner seine Ratskollegen über das Ergebnis seiner eigenen überschlägigen Rechnung, die ihn zu einem Ergänzungsbeitrag im ungünstigsten Fall von rund 3.000 € führte. Einen solchen Betrag könne er nicht als wirtschaftliche Existenzbedrohung erkennen. Die von einem externen Gutachter errechnete theoretische Abwassergebühr bei Einführungen der „Einrichtungseinheit“ in Höhe von zwei Euro und irgendewas hinter dem Komma erschließe sich ihm nicht. „Diese Zahl belibt mir auch weiterhin ein Rätsel“, so Werner. Und die Argumentation mit der EU-Keule halte er für bedenklich. Ähnlich gelagert die Überlegungen von GR Westermeier: „Mir fehlt der Aspekt, wo die Reise hingeht bei der Baulanderschließung.“

Da das Thema bereits mehrmals ausführlich diskutiert worden sei und die Thematik von den Bürgern „sehr vernünftig gesehen wird“, wie Bürgermeisterin Maurer feststellte, verkündete sie den Beschlußvorschlag der Verwaltung und ließ darüber abstimmen.

kultur-speicher.de

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