Im Gemeinderat zeichnen sich schwierige Mehrheitsverhältnisse ab

Bürgermeister/in wird das „Zünglein an der Waage“

Adlkofen. Von den 2.838 stimmberechtigten Personen in Adlkofen haben sich 2.161 an der Wahl beteiligt. Insgesamt wurden für den Gemeinderat 32.168 Stimmen abgegeben; 42 Stimmzettel waren ungültig. Das vorläufige Wahlergebnis der Gemeinderatswahl von gestern kennt zwei Verlierer, CSU und Freie Wähler. Gleich zwei Sitze muß die CSU-Wählergemeinschaft Einigkeit im Vergleich zum alten Gemeinderat abgeben und erhält für ihre 12.688 Stimmen im neuen Gremium nur noch acht von bisher 10 Plätzen. Federn lassen – jedoch bei Weitem nicht so stark – mußten auch die Freien Wähler Adlkofen. Sie waren bislang in Verbindung mit Valentin Petermaier von den Freien Bürgern mit fünf Sitzen vertreten und verfügen jetzt als zweitstärkste Kraft (8.216 Stimmen) im neuen Gemeindeparlament nur noch über vier Sitze.

Zwei Verlierer, drei Gewinner. Den überraschensten Coup landeten dabei sicher nicht die erstmals zur Gemeinderatswahl angetretenen GRÜNEN (3.228 Stimmen). Ihnen waren bereits im Vorfeld der Wahl ein bis zwei Sitze zugetraut worden und sie ziehen tatsächlich mit zwei Sitzen in den Adlkofener Gemeinderat ein, sondern die SPD (3.317 Stimmen). Das Duo „Werner und Werner“ eroberte doch sehr überraschend einen zusätzlichen Sitz für die Sozialdemokraten. Die SPD hat damit die Zahl ihrer Gemeinderäte verdoppelt. Wobei genau genommen das ja noch nicht ganz richtig ist, denn bis zur Stunde ist nicht bekannt, ob Hubertus Werner sein dem Ortsvorsitzenden Johann Meier gegenüber gegebenes Versprechen, am Tag seiner Wiederwahl den SPD-Mitgliedsantrag zu unterschreiben (so Adlkofens SPD-Chef in der Nominierungsversammlung auf Rückfragen seiner Mitglieder), auch schon eingelöst hat oder weiterhin als „Parteiloser“ die SPD mitvertreten wird. Die Wählergemeinschaft Reichlkofen, hat die mit den auf sie entfallenden 4.719 Stimmen ihre beiden Sitze im Gemeinderat verteidigt. Neben Hans Strasser wird anstelle von dem nicht mehr zur Wahl angetretenen Franz Ingerl der Landwirt Markus Zehentbauer in den neuen Gemeinderat einziehen.

Nach Bekanntgabe des vorläufigen Wahlergebnisses von heute Montag, 1.46 Uhr, sieht die Zusammensetzung des neuen Gemeinderates wie folgt aus:

  • CSU (6 Sitze) – Josef Scharf (1.702 Stimmen); Bernhard Westermeier (1.671); Rosi Aimer ( 1.241); Franz Wippenbeck (1.167): Alois Winter (920) und Bernhard Härtel (871). Listennachfolgerin ist Alexandra Passek.
  • FW Adlkofen (4 Sitze) – Christa Passek (1.279); Bartholomäus Maierhofer (1.115); Christoph Kropp (918) und Valentin Petermaier (812). Nachfolger bei den Freien Wählern ist Johann Walter.
  • Wählergemeinschaft Reichlkofen (2 Sitze) – Hans Strasser (987) und Markus Zehentbauer (633). Nachfolgerin ist Edeltraud Brandstatter.
  • Bündnis 90/GRÜNE (2 Sitze) – Alexander Kropp (734) und Birgit John (551). Nachfolgerin ist Marlene Schönberger.
  • SPD (2 Sitze) – Hubertus Werner (1.249) und Stefan Werner (432). Nachfolger ist Johann Meier.

Am 5. Mai wird der neu gewählte Gemeinderat zu seiner ersten Sitzung zusammen treten. Bei den danach anstehenden größeren Entscheidungen wird sich schnell zeigen, ob es wieder zu einer Art Blockbildung CSU und SPD gegen den Rest des Gemeinderates kommen wird. So betrachtet, wird das Zünglein an der Waage in den nächsten sechs Jahren die Stimme jener Person sein, die den Chefsessel im Rathaus inne haben wird. Der Stichwahl in Adlkofen kommt damit eine zusätzliche große Bedeutung zu.

Berichtigung:

In der ersten Version dieses Artikels war vom Verlust von vier Plätzen für die CSU die Rede. Aufmerksamen Lesern ist dabei sicher nicht entgangen, daß die CSU selbst nur über acht Plätze verfügte; die Wählergemeinschaft Reichlkofen über zwei und somit die CSU nicht von 10 auf 6, sondern lediglich von 8 auf 6 Plätze zurückgefallen ist. Die Fehlerquelle: Bei der Darstellung der Zusammensetzung des alten Gemeinderates auf der Homepage der Gemeinde existiert die Wählergemeinschaft Reichlkofen überhaupt nicht. Dort werden alle Gemeinderäte als CSU-Gemeinderäte aufgeführt. In der Hektik der Wahlberichter-stattung wurde dieser Fehler unbemerkt von der Redaktion übernommen, wir bitten unsere Leserinnen und Leser um Entschuldigung.

 

 

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