Grüne treten für ein demokratsiches und familienfreundliches Adlkofen an

Sinn- und anspruchsvolles Programm für die Arbeit des nächsten Gemeinderates – Kandidatenliste aufgestellt

Die Kandiaten und "innen" der Adlkofener Grünen zur Gemeinderatswahl 2014

Die GRÜNEN-Gemeinderats-Kandidaten (hinten v.l.n.r.):Kurt Krauss, Klaus Simmeth, Dieter Watzke, Hans-Jürgen Withopf und vordere Reihe (v.l.n.r.): Marlene Schönberger, Hildegard Schröder-Schönberger, Birgit John, Alexander Kropp. Nicht auf dem Bild der aus beruflichen Gründen verhinderte Alexander Braun.

Adlkofen. Der Abend ist „historisch für Adlkofen“, so die Ortsvorsitzende Marlene Schönberger in ihrer Begrüs- sung. „Es ist das erste Mal, daß die Grünen in der Gemeinde eine eigene Kandidatenliste zur Kommunalwahl aufstellen.“ So betrachtet war es tat- sächlich ein wenig „historisch“; denk- würdig wurde der gestrige Abend im Adlkofener Gasthaus „Alter Wirt“ allerdings erst nach der Kanidatenkür mit einer offiziellen Ankündigung. Schönberger: „Wir werden die Bürger-meister-Kandidatin Rosa-Maria Maurer im Wahlkampf unterstützen!“

Nachdem die gesetzlich vorgegebenen Regularien geklärt und eine Versammlungsleiterin gewählt war, ging es wegen der gerade einmal acht anwesenden stimmberechtigten Mit- glieder auch mit dem Auszählen der Stimmzettel relativ schnell. Aller Anfang ist schwer und da die Personaldecke im Adlkofener Ortsverband doch etwas dünn ist, werden die ersten sieben Namen auf der Liste und später auf dem Stimmzettel doppelt genannt. Es ist gängige Praxis so zu verfahren, um keine Stimme zu verschenken, wenn die Anzahl der aus den eigenen Reihen zur Verfügung stehenden Kandidaten nicht ausreicht, um alle Listen-plätze mit je einem Bewerber zu füllen. Dafür haben die Wähler der Adlkofener Grünen am 16. März allerdings die Gewähr, daß dort, wo Grün draufsteht, auch 100 Prozent Grün „drinnen ist“. Wie Marlene Schönberger vor der Abstimmung informierte, hatte sich der Ortsverband dafür ausgesprochen, auf seiner Liste nur Parteimitglieder zuzulassen.

In geheimer Wahl wurde schließlich die Kandidatenliste unter Leitung der Grünen-Kreis- rätin Gisela Floegel en bloc beschlossen. „Ein 100-Prozent-Ergebnis“, wie die Wahlleiterin nach Auszählung feststellen konnte. Die Kandidaten für die Kommunalwahl in Adlkofen von Bündnis90/Die Grünen sind in der Reihenfolge der Platzierung: Birgit John; Alexander Kropp; Marlene Schönberger; Alexander Braun; Hildegard Schröder-Schönberger; Hans- Jürgen Withopf; Klaus Simmeth; Dieter Watzke und Kurt Krauss.

Das Wahlprogramm – anspruchsvolle Vorhaben für den nächsten Gemeinderat

Auch wenn der Kandidaten-Kreis doch sehr überschaubar bei den Adlkofener Grünen ist; das Wahlprogramm, daß sie sich für die Gemeindeentwicklung bis 2020 gestern Abend einstimmig auf die Fahne geschrieben haben, kann sich durchaus sehen lassen. „Aktiver Umweltschutz“ steht dabei, sei es nun Zufall oder nicht, aber wohl doch eher mit Bedacht so gewält, an erster Stelle. Künftige grüne Gemeinderäte wollen sich nach den Worten der Ortsvorsitzenden Schönberger verstärkt dafür einsetzen, daß lebendige Natur weiterhin in Adlkofen erlebbar bleibt. „Wir kämpfen für den Schutz von Natur und Umwelt, damit wir heute gesunde Lebensmittel und Erholungsräume haben und unseren Kindern intakte Böden, sauberes Wasser und reine Luft hinterlassen können“, so das Wahlprogramm.

Familien- und kinderfreundliche Kommune

Verstärkt einsetzen wollen sich die Grünen auch für eine familien- und kinderfreundliche Gemeinde. An dieser Zielvorgabe müßten sich alle politischen Entscheidungen ausrichten; „sie müssen den Bedürfnissen junger Familien und Jugendlicher gerecht werden.“ Mit dem Punkt „Transparenz, Bürgernähe und konstruktive Arbeit im Gemeinderat“ legen die Grünen die Finger in die Wunde bisheriger Adlkofener Kommunalpolitik. Sie fordern und wollen sich verstärkt dafür einsetzen, diese „modern zu gestalten und die Chancen, die in der Mitsprache der Bürgerinnen und Bürgern bei wichtigen Entscheidungen liegen, auch zu nutzen.“ Es gelte ein Umfeld zu schaffen, in dem ehrenamtliches Engagement begünstigt werde. An konkreten Vorschlägen für erste Maßnahmen fehlt es dazu ebenfalls nicht. Auf der Vorschlagsliste finden sich dazu Forderungen nach „Qualifizierungsangeboten für die Ehrenamtlichen; Bereitstellung von Räumen; frühzeitige Information; Bürgerbefragungen und Bürgerversammlungen.“ Marlene Schönberger: „Konkret bedeutet das zum Beispiel die Gemeindepolitik muß für alle online einsehbar und verständlich sein. Immerhin betrifft sie alle Einwohnerinnen und Einwohner.“ Auch die Planung neuer Baugebiete wollen die Grünen unter frühzeitiger Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger entwickeln. Der Gemeinderat soll dabei „ein Gremium zur gemeinsamen Entscheidungsfindung sein, mit offenen und zielgerichteten Diskussionen.“

Lebensqualität steigern

Gleich ein ganzes Bündel von Maßnahmen haben sich die Kanidaten zur Steigerung der Lebensqualität für Adlkofen einfallen lassen. Für sie bedeutet das Bildungsangebote für Erwachsene, z.B. Volkshochschulangebote; die Pflege der Gemeindebücherei; aktiven Denkmalschtz zum Erhalt des Charakters der Gemeinde; die Begrünung des Orstkernes vor der Kirche; Treffpunkte für Jung und Alt zu schaffen, um Gemeinsamkeiten und das Verständnis füreinander zu pflegen. Einen Erhalt der Grundversorgung mit Ärzten, Apotheke und Supermarkt, die im Ortskern für alle erreichbar sein müßten.

Das bisherige Versäumnis einer Plakatierverordnung wollen die Grünen ebenso beheben wie Sorge für eine gute Busverbindung nach Landshut sowohl für Schüler und Senioren tragen. Auch eine (Kleinbus-)Nachtlinie soll die Lebensqualität in Adlkofen anheben. Die im Wahlprogramm angestrebte Unterstützung der Vereinstätigkeit dürfte hier das am leichtesten zu stemmende Vorhaben sein.

Adlkofens Rahmenbedingungen stärken

Grüne Kommunalpolitik behalte, so Schönberger, „auch das große Ganze im Auge“, da viele Dinge der Adlkofener Gemeinderat zwar nicht direkt in der Hand habe, „obwohl sie uns vor Ort sehr wohl betreffen.“ Deshalb werden die kommenden grünen Kommunalpoli- tiker Bürgerinitiativen unterstützen und sich für einen sofortigen Atomausstieg – nicht erst 2022 -; gegen den Ausbau der B15neu südlich der A 92 und gegen eine dritte Startbahn für den Münchner Flughafen aussprechen.

Klare Empfehlung für Bürgermeisterkandidatin Maurer

Nachdem die Schwerpunkte künftiger Arbeit für Adlkofens Kommunalpolitik – zumindest aus grüner Sicht – abgesteckt waren, gab Vorsitzende Schönberger der Versammlung einen weiteren Beschluß des Ortsverbandes bekannt. „Einen eigenen Bürgermeisterkandi- daten haben wir nicht und werden daher eine Wahlempfehlung für Rosa-Maria Maurer aussprechen“, so Schönberger. Die so nunmehr nach der FW-Empfehlung auch von Adlkofens Grünen auf das Kandidatenschild gehobene Maurer erhielt im Anschluß daran die Möglichkeit, sich und ihre Ideen zu einer künftigen Arbeit im Ratsgremium vorzustel- len. Wie sich dabei schnell zeigte, dürfte es den Grünen nicht besonders schwer gefallen sein, sich für eine solche Empfehlung auszusprechen. Es gibt zwischen den Vorstellungen von Rosa-Maria Maurer als womöglich zukünftiger Rathauschefin und den kommunal-politischen Entwicklungschancen aus Sicht der Grünen doch große Schnittmengen zu den eigenen Vorstellungen. „Lebensqualität“ ist so ein Punkt und auch der angestrebte bürger- und demokratiefreundliche Führungsstil im Rathaus und im Gemeinderat sind sowohl für Maurer als auch dem grünen Ortsverband wichtige Neuerungen für die Gemeinde. Maurer versprach, sollte es zu dem angestrebten Wechsel auf dem Chefsessel des Adlkofener Rathauses kommen, stets „für die Belange der Bürgerinnen und Bürger ein offenes Ohr zu haben“ bzw. mit allen Gemeinderäten zum Wohle Adlkofens zusammenarbeiten zu wollen. Allerdings, so die Bürgermeister-Kandidatin, müßte dafür noch etwas an den Voraus-setzungen gearbeitet werden. Es fehlten, um überhaupt als Kandidatin antreten zu können, noch rund ein Drittel der für ihren Wahlvorschlag im Rathaus abzuleistenden, erforder-lichen Unterstützungsunterschriften. Aufgrund einer in der Vorwoche bekannt geworde- nen neuen Regelung sei es jetzt doch möglich, daß Unterstützer, die bereits zu Gunsten einer Gemeinderats-Kandidatenliste unterschrieben haben, sich zusätzlich als Unter-stützer für die Bürgermeisterwahl im Wahlamt der Gemeinde in die vorgesehene Liste eintragen lassen können. Spontan sagten daraufhin Mitglieder des Grünen-Ortsverbandes zu, heute, Donnerstag, „mit einem kleinen Bus“ beim Rathaus vorzufahren. Mit dem Aufruf, für die Unterstützungsliste von Rosa-Maria Maurer die Werbetrommel zu rühren, beendet Marlene Schönberger nach knapp zwei Stunden die „historische“ Veranstaltung.

 

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