Gemeinde geht unter die Burgenbauer

In der Berichterstattung über die letzte Gemeinderatssitzung von Adlkofen – „Gemeinde geht unter die Burgenbauer“ – wurde die Beschlußlage zur Sanierung des Kindergartens aufgrund eines Mißverständnisses von der Redaktion falsch dargestellt. Wir bedauern den Fehler und bitten unsere Leser um Entschuldigung. Die berichtigte Fassung des Berichts nachstehend:

Für Kindergarten werden nur die Mindestmaßnahmen kalkuliert – Konträre Diskussion um Radlweg

Architekt Heinz Wimmer erläutert Bauschäden

Architekt Heinz Wimmer erläutert Bauschäden

Adlkofen. Was es bringt, wenn immer nur das gemacht wird, was gerade sein muß, haben ein Teil der Gemeinderäte am letzten Montag vor ihrer letzten Sitzung persönlich in Augenschein genommen. Geführt von Architekt Heinz Wimmer ließen sie sich alle jene Stellen im gerade einmal  21 Jahre zählenden „Altbau“ am Kindergarten an der Brandmeierstraße  zeigen, die die Gebäude-Bestandsanalyse (wie berichtet) als schad- und mangelhaft ergeben hatte. Die heute kritisierten und zu bemängelnden Bauausführungen waren, so Wimmer, zum Zeitpunkt des Gebäudeneubaus sicher „Stand der Technik“. Rückwirkend betrachtet muß man aus heutiger Sicht wohl sagen die „Mindesterfordernisse“ für einen Kindergarten- bau. Halt gerade einmal so viel, um die Zuschüsse zu erhalten.

Herausgekommen ist für das Gebäude in Adlkofen u. a. eine viel zu kleine Regenablauf- rinne an der Hofseite mit der Konsequenz, daß das Gebäude bei Starkregen buchstäblich unter Wasser steht. Das war natürlich bei der Besichtigung nicht zu sehen, es waren wohl Engel auf Reisen und die Sonne schob sich dann auch freundlich lächelnd durch die Wolkendecke, als die Gemeinderäte vor Ort waren. Engel hin, Sonne her – es muß etwas getan werden um die Schäden und ihre Ursachen zu beseitigen, soll ein vernünftiger Betrieb im Altbau wieder möglich werden.

So weit waren sich die Gemeinderäte in der anschließenden Sitzung vor acht Zuhörern im Rathaus noch einig. Das „Wie“ aber spaltete die Gemüter, dabei sollte es nur eine Kosten-ermittlung und noch lange kein Planungsauftrag werden. Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer hatte den Beschlußvorschlag so formuliert, daß zur Gegenüberstellung von Kosten der Mindestmaßnahmen auch die einer umfassenderen Sanierung mit energetischen Maßnahmen durch das Planungsbüro ermittelt werden sollten. Da natürlich auch solche Kalkulationen Geld kosten, knauserte die CSU-Fraktion geschlossen in der Abstimmung und war nur bereit, Geld für eine Berechnung der Kosten des unbedingten Sanierungs-minimums auszugeben. Mit 6:10-Stimmen unterlag sie in der Abstimmung jedoch und der Gemeinderat wird jetzt – auch der Empfehlung des Planungsteams folgend – neben der  minimalen Kostenaufstellung auch vergleichbare Zahlen zu einer erweiterten Sanierung erhalten. Die  Bürgermeisterin wurde dementsprechend mit der Einholung der für einen Förderantrag erforderlichen Planungsleistungen beauftragt.

Wie Rosa-Maria Maurer den Gemeinderat unterrichtete, sind Zuschüsse für die größere Maßnahme nach Auskunft des Jugendamtes in Landshut aus den FAG-Fördermitteln möglich. Die Förderung beträgt 40 Prozent, soweit die Sanierungskosten mindestens 25 Prozent der Kosten eines vergleichbaren Neubaus betragen.

Der Geh- und Radlweg von Blumberg nach Ruhmannsdorf sorgte ebenfalls für Verwirrung und Unverständnis bei manchen Räten. Aufmerksame Adlkofener erinnern sich bestimmt  daß dieser Weg rabenschwarzen Behauptungen im zurückliegenden Wahlkampf zufolge eigentlich schon in „trockenen Tüchern“ sein müßte. Um bei dem Vergleich zu bleiben, es ist noch nicht einmal der Stoff für die Tücher gewoben. Der Gemeinderat hatte dazu zwar eine Idee mit Beschluß untermauert, an der Stelle war es das dann aber auch. Die Grund-stücksverhandlungen treten – so war aus den Redebeiträgen am Montagabend durch die Blume heraus zu hören – wohl auf der Stelle. Eine Lösung dazu könnte ein Alternativvor-schlag sein, den die Bürgermeisterin den Räten zur Diskussion stellte: die Betonpiste fern- ab der Staatsstraße 2045, von Blumberg nach Harskirchen zur LA 11. Von dort bräuchte es dann nur noch einen etwa 1.000 Meter langen Radweg entlang der Kreisstraße zum Kreisel in Richtung Ruhmannsdorf.

Werner (PL) genervt: „Wir diskutieren drei Stunden und beschließen nichts!“

Für die Rathauschefin lagen die Vorteile dieser Variante auf der Hand. Der landwirtschaft- liche Weg ist befestigt und vorhanden. Damit wird eine enorme Bausumme eingespart. Die nicht ungefährliche Querung an der 2045 auf Höhe des Hofes von Bernhard Westermeier würde entfallen und der Weg könnte zumindest bis Harskirchen schon einmal sofort ausge-wiesen werden. Während 2. Bürgermeister Valentin Petermaier (FW) einwandte, es könne Probleme verkehrsrechtlicher Natur geben und auch ganz praktische, wenn auf einem 3 Meter breiten landwirtschaftlichen Weg neben den Bewirtschaftungsmaschinen auch noch Radlfahrer unterwegs seien, hatte Hubertus Werner (PL) mit dem Vorschlag ganz andere Probleme. Ihm gefiel es nicht, daß da aus heiterem Himmel ein Beschluß des Gemeinde- rates ohne Not in Frage gestellt werde und plötzlich über eine Variante diskutiert wurde, von der bislang mit keiner Silbe die Rede war. Was ihn aber verständlicherweise am meisten wurmte, brachte Werner so auf den Punkt: „Wir sitzen hier und diskutieren drei Stunden ohne etwas zu beschließen!“ Sie informiere den Gemeinderat zu diesem Punkt, konterte Maurer und appellierte an die Fraktionen, sich zu dieser Möglichkeit Gedanken zu machen. Ein Beschluß, so die Bürgermeisterin, „ist zu diesem Punkt für diese Sitzung nicht vorgesehen.“

Wie inzwischen bekannt wurde, ist das Landratsamt zumindest in diesem Punkt den Adlkofener Gemeinderäten weit voraus. Auf der neuen Radwegekarte des Kreises ist genau diese am Montagabend vorgeschlagene Variante bereits als Radweg eingezeichnet.

Ausgleichsfläche „Truppenübungsplatz“ ist biologisches Kleinod

Retilienburg aus abgekippten Granitquadern und etwas Totholz

Ein wenig Totholz, Granitquader Gras und Wildkräuter – eine Burg der Luxusklasse für Eidechse und Co.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Informa-tionen“ verkündete Rosa-Maria Maurer in ihrer Eigenschaft als Bürgermeisterin für die Gemeinde unter die Burgenbauer gehen zu wollen. Reptilienburgen haben es ihr seit einer Begehung der Adlkofener Ausgleichsflächen auf dem ehemaligen Standortübungsplatz zusammen mit Helmut Naneder, Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt und exzellentem Kenner der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, angetan. Sie informierte den Gemeinderat darüber, daß die Gemeinde einige dieser vornehm unter dem Begriff „Reptilienburg“ geführten Steinhaufen anlegen wird, um Zauneidechsen und anderen Reptilien eine Heimat zu geben. Bei der Gelegenheit informierte sie den Gemeinderat auch von einem auf den biologisch

Gelbbauchunke - Lurch des Jahres 2014

Gelbbauchunke – Lurch des Jahres 2014

besonders wertvollen Flächen beheimateten und in Deutschland sehr seltenen Lurch – der Gelbbauchunke. Adlkofen ist damit Heimat vom Lurch des Jahres 2014!

Anmerkung d. Red: Die Gelbbauchunke wurde von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde zum Lurch des Jahres 2014 gekürt

 

 

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