Gemeinde: Alle Einwendungen aufgenommen

Trasse bleibt vermutlich in Göttlkofen

380-kV-Leitung Vorschlag 2

Adlkofen. Mit ihrer Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren zur neuen 380-kV-Leitung, für die die Gemeinde Adlkofen noch bis zum 12. Juni Zei hat, haben es sich die Mitglieder des Bauausschusses nicht leicht gemacht. In ihrer letzten Sitzung in der Woche vor Pfingsten wurden verschiedene Varianten (im Bild alle rot markiert) diskutiert, die Tennet als Alternative in das Kartenmaterial eingezeichnet hatte. Innerhalb des auf vorstehendem Bild schwarz umrandeten Trassenkorridors hatte die Gemeinde für ihre Vorschläge „freie Hand“. Allerdings verspührten die Ausschußmitglieder wenig Lust, über einen vollkommen eigenständigen Vorschlag zu diskutieren, weil der – wie sich einige Gemeinderäte äußerten, „wohl die geringsten Chancen auf eine Realisierung haben dürfte.“

Die derzeit bestehende Trasse (rote Linie mit blauem „A“) ist gekennzeichnet durch zwei kritische Punkte: Da ist einmal Baumgarten, wo die bestehende Leitung direkt an einem Haus vorbeiführt und der neuralgische Punkt im Ortsteil Göttlkofen, den die Stromleitung jetzt in zwei Teile zerschneidet. Das sollte, wie Gemeinderat Hans Strasser (WG Reichl-kofen) in der letzten Gemeinderatssitzung angeregt hatte, durch eine neue Trassenführung im Interesse der Göttlkofener bei einem Leitungsneubau abgestellt werden. Wie Bürgermeisterin Maurer den Ausschuß informierte, waren drei Stellungnahmen von privater Seite gegen die TenneT-Pläne bei der Gemeinde eingegangen. Die Bewohner von Baumgarten hatten sich dafür ausgesprochen, den Vorschlag des Leitungbauers aufzugreifen und die Bebauung ihres Ortsteils in einer V-förmigen Umgehung – im Bild rotgestrichelt (. _ ._._) markiert – zu umgehen. Da da Antragsteller die betroffenen Grundstückseigentümer sind und signalisiert hatten, mit den zusätzlich erforderlichen Masten einverstanden zu sein, bedurfte dieser Punkt im Ausschuß keiner weiteren Diskussion.

Kritischer wurde es da für die beiden weiteren privaten Stellungnahmen, denn sie bezogen sich zwar durchaus auf berechtigte private Interesse, ließen jedoch das vermeintliche Göttlkofener Allgemeinwohl außen vor. Die von Tennet vorgeschlagene Ausweichtrasse würde „ein historisch gewachsenes Stück Wald“ – so ein Antragsteller – durchschneiden und die zu schlagende Schneise den Wald dauerhaft akut gefährden. Argumente, die im Bauausschuß durchweg auf Verständnis stießen. Auch bei Hans Strasser, der im Übrigen den Umstand sehr verwundert zur Kenntnis nahm, daß aus Göttlkofen selbst nicht ein einziger Einwand zur 380-kV-Leitung mitten durch das Dorf gekommen war. Eine Tatsache, die auch bei Bürgermeisterin Maurer Erstaunen ausgelöst hatte, habe die Verwaltung doch alle Register gezogen, die betroffenen Bürger über ihre Möglichkeiten zu informieren.

Im Bauausschuß war eigentlich niemand bereit, die Aussage der TenneT GmbH als bare Münze zu nehmen, bei einer 380-kV-Leitung sei das deutlich hörbare und durchaus einer Ruhestörung gleichkommende Knistern und Knacken wesentlich leiser, als dies bei der bestehenden 280-kV-Leitung der Fall sei. Den Hinweis von GR Strasser auf die Unglaubwürdigkeit einer solchen Darstellung und seinen Fingerzeig, solche Ausführungen dienten lediglich „der Volksberuhigung im Vorfeld“, quittierte GR Hubertus Werner (SPD) mit der sarkastischen Bemerkung „ja, das die sowieso an Schmarrn erzählen, glaub ich Dir auf’s Wort.“ Im Übrigen sprach sich Werner für den allgemein favorisierten Vorschlag aus, Baumgarten wie geschildert zu umgehen und ansonsten den weiteren Trassenverlauf wie jetzt bestehend beizubehalten. Werner: „Alles andere ist ökologischer Wahnsinn!“

In der Abstimmung sprach sich der Bauausschuß mit 8:1-Stimmen (GR Strasser) für die Umgehung von Baumgarten und dem weiteren Trassenverlauf wie jetzt bestehend aus. Einfach gemacht haben dem Bauausschuß diesen Beschluß die Göttlkofener, da von ihrer Seite nicht ein einziger Einwand vorgebracht worden war. Andererseits hat es dies dem Bauausschuß ermöglicht, alle auf dem Tisch liegenden Einwendungen und Argumente betroffener Grundstückseigentümer nachzukommen.

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