Etwas schwierig: Vom richtigen Umgang mit Demenzkranken

Eva-Maria Krätzig informierte vor interessiertem Publikum

Demenz wirkt wie ein Radiergummi im Gehirn

Alzheimer – der Radiergummi im menschlichen Gehirn

Adlkofen. Auf spannende und humorvolle Weise referierte die Dozentin für Pflege- und Betreuungsberufe, Hospizbegleiterin und Leiterin „Soziale Betreuung“ im Seniorenwohnheim Adlkofen, Eva-Maria Krätzig vor Kurzem über das Thema Demenz. Der Einladung des Frauenbundes und der Siedlervereinigung waren viele Interessierte gefolgt, so daß das Pfarrheim voll gefüllt war. Krätzig betonte, daß kurzzeitige Verwirrtheit noch keine Demenz sei. Ursachen könnten sein: Störungen des Elektrolythaushaltes durch zu wenig Trinken, Herzschwäche, niedriger Blutdruck oder Alkohol- und Medikamenten-mißbrauch. Zur Demenz gehöre eine Anzahl von Symtomen, die durch Schlaganfall, Schädel-Hirn-Traumata, chronischer toxischer Einwirkungen auf das Gehirn hervorgerufen werden könnten. Die Folge sei ein fortschreitender Prozeß im Abbau des Gehirns. Kennzeichen seien: Verwirrtheit, Vergeßlichkeit, Desorientierung, Nachlassen intellektueller Fähigkeiten. Das gelte für alle Arten von Demenz.

Die Krankheit vollziehe sich in drei Stadien. Zunächst sei Vergeßlichkeit erkennbar,
Orientierungsstörungen in ungewohnter Umgebung, Wortfindungsstörungen,
Unentschlossenheit, depressive Verstimmungen, Vernachlässigung der Körperpflege
und der alltäglichen Aufgaben.

In der zweiten Stufe nehme die Vergesslichkeit zu, die Erinnerung an die eigene Biographie verblasse. Es komme zu räumlichen und zeitlichen Orientierungsstörungen, die Sprache werde floskelhaft, Lesen und Schreiben seien sehr eingeschränkt, Angst und Unruhe mache sich breit. Es bestehe Hin- und Weglaufgefahr.

Im dritten Stadium seien nur noch einzelne Erinnerungen an früher erkennbar. Bezugspersonen würden kaum oder nicht mehr erkannt. Kennzeichen seien völlige Orientierungslosigkeit und Pflegeabhängigkeit. Auch Harn- und Stuhlinsuffizienz gehörten dazu. Demenzkranke spürten Schmerzen, auch wenn sie diese nicht genau beschreiben könnten. Sie wollen sich sinnvoll beschäftigen. Deshalb räumen sie gerne Schränke aus. Demente Menschen hätten ein anderes Zeitgefühl. Sie lebten teilweise freier, ohne Termine. Es sei nicht gut, sie ständig zu korrigieren. Solche Personen benötigten viel Liebe, Aufmerksamkeit, Geborgenheit, Ruhe und Lob.

Werde vom Arzt die Diagnose Demenz gestellt, sei es wichtig, Familienangehörige, Freunde, Nachbarn zu informieren als Schutzmaßnahme. Hilfe sei durch Beratung möglich. Dazu zählten die Seniorenwegweiser des Landratsamtes, der kranken- und Pflegekassen, die unabhängige Patientenberatung Landshut und die Internetsuche. Am Ort leisteten die ambulanten Sozialstationen und Altenheim Hilfe.

Kann man einer Demenz vorbeugen? Darauf antwortete die Referentin: Man könne
positive Gedanken einspeichern, den Freundeskreis pflegen, sich ausgewogen und
vitaminreich ernähren, den Alkoholkonsum einschränken, auf Aluminium und
Aluminiumsalze verzichten, immer interessiert sein für Neues und Unbekanntes, viel
Bewegung, Sonne und frische Luft.

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