„Demonstration“ der Stärke im Rathaussaal

Kommunalwahl beschert dem Gemeinderat Zuhörerrekord

Adlkofen. Eine solche stattliche Zahl Zuhörer, wie am Montagabend hatte es in den letzten drei Jahren, in denen wir die Adlkofener Gemeinderatssitzungen verfolgen, noch nie gegeben. Knapp 40 Zuhörerinnen und Zuhörer, mehr als bei jeder Bürgerver- sammlung, saßen dicht an dicht gedrängt. Erst wurden zusätzliche Stühle aus einem Nebenraum in den Sitzungssaal geschafft, für die zuletzt ankommenden aus den anliegenden Büros die Schreibtischstühle herangerollt. Sicher hatten die bevorstehenden Kommunalwahlen ihren Anteil an diesem Ansturm, aber auch die Tagesordnung barg Zünstoff und so war es auch so etwas wie eine Demonstration der Macht – gelegentlich auch Bürgerwille genannt -, die die von der erdrückenden Zuhörermasse überraschten Gemeinderäte zur Kenntnis nehmen mußten.

Da waren einmal ein großer Teil der Kandidaten der Wählergemeinschaft Reichlkofen und wie sich am darauffolgenden Tag zeigen sollte der CSU/Einigkeit-Kandidatenliste –  aber auch die besorgten Anlieger an der Landshuter Straße, die den Beratungen zu der einzigen an diesem Abend zu behandelnden Bauvoranfrage folgen wollten. Ein Teil von ihnen hatte gegenüber der CSU-Gemeinderätin Rosa-Maria Maurer schon vor der Sitzung Bedenken gegen Art und Umfang des von der Firma Wohnbau & Immobilien Heinrich Verwaltungs GmbH vorgesehenem Neubaus geäußert. Schon bei Vorstellung des Bauvorhabens durch Bürgermeister Scharf wurde schnell deutlich, daß das von der GmbH mit sechs Wohneinheiten vorgesehene Mehrfamilienhaus keine Freunde im Gremium finden würde. Zu deutlich waren die Überschreitungen der im Bebauungsplan festgelegten Baumaße ausgefallen und die Präsenz der betroffenen Anlieger einfach unübersehbar. Der Adlkofener Gemeinderat ist zwar bekannt dafür, seine selbst formulierten Bebauungspläne immer wieder im Interesse einzelner Bauwerber für Makulatur zu erklären, diesmal war er dazu jedoch nicht bereit. Der GmbH wurde von allen Rednern aus den Fraktionen eine Überarbeitung des Vorhabens angeraten, die Bauvoranfrage einstimmig abgelehnt.

Die Bauanträge von Josef Hamberger auf Vorbescheid zum Bau eines Einfamilienhauses in Beutelhausen; von Susanne Schranner für den Neubau eines Zweifamilienhaus mit Garage und Geräteraum in Adlkofen und dem Neubau einer Maschinenhalle in Sittlkofen von Markus Weindl wurden dagegen einstimmig befürwortet.

Auch die Erweiterung des vorhandenen Schweinemaststalles in Willerskirchen war dem Gemeinderat keine Diskussion wert. In Zukunft werden in dem Stall von Markus Zehentbauer zwar um 100 Prozent mehr Mastschweine stehen, der Betrieb mit dann insgesamt 1.400 Tieren jedoch keine bedenkliche Größe erreicht haben. Der Antrag auf Stallerweiterung wurde daher einstimmig im Rat durchgewunken.

Zum Ende der Sitzung griff Gemeinderätin Maurer einen Beschluß des Gremiums aus dem letzte Jahr auf. Sie wollte von Bürgermeister Josef Scharf wissen, was aus der beschlossenen Anschaffung einer Wärmebildkamera für die Feuewehr Reichlkofen geworden sei. Dazu sei der Zuschußantrag, so Josef Scharf, am Montagnachmittag im Kreistag befürwortet worden und gehe wohl in diesen Tagen weiter zur Bewilligung an die Bezirksregierung.

 

 

 

 

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