Das Jugendforum – so einfach ist Bürgerbeteiligung

 Vereine froh, daß es so etwas jetzt in Adlkofen gibt

"Wir sind ja froh, daß es so etwas gibt" - Adlkofener Jugendforum erfolgreich gestartet.

„Wir sind ja froh, daß es so etwas gibt“ – Adlkofener Jugendforum erfolgreich gestartet.

Adlkofen. Hockeytore, einen überdachten Unterstand für den Parkplatz vor dem Adlkofener Hartplatz; ein Bankerl, auf das man sich auch einmal setzen könnte und für den Winter eine Eisfläche zum Schlittschuhlaufen – eigentlich doch recht bescheidene Wünsche, die beim ersten Zusammentreffen des neu in’s Leben gerufenen „Jugendforums“ von Jugendlichen und Vereinsvertretern an Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer herangetragen wurden. Im Gespräch mit der Bürgermeisterin und den Gemeinderäten Stefan Werner als Jugendbeauftragtem der Gemeinde, Rosi Aimer (CSU/WG Einigkeit) und Christian Kropp /FW) eine kleine Schar Kinder und Jugendlicher sowie zahlreiche Vereinsvertreter mit DJK-Vorstand Albert Hausmann an der Spitze. Ebenfalls anwesend Johann Meier vom Sportclub Adlkofen; Sebastian Veitl, Jugendbeauftragter der FFW Adlkofen,  und für die KLJB Christoph Theiß und Elisabeth Roider.

Die erste Wortmeldung nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Maurer, „ein Dach über dem Platz“ – ganz bescheiden von Johann Meier mit einem Augenzwinkern vorgetragen – war zwar dann doch etwas hoch gegriffen, brachte aber die Diskussion in Bewegung. Die nächste Variante war schon eine Hausnummer kleiner und sah dafür aber einen geschlossenen Raum vor. Nach dem fest stand, daß es hierzu dann allerdings einer Aufsicht bedürfte, war auch für den Jugendbauftragten Stefan Werner (SPD) klar, „solange wir kein Betreuungspersonal dafür in der Verwaltung haben, wird das nicht möglich sein.“ Dem Gedanken schob die Rathauschefin allerdings doch ganz schnell einen Riegel mit der Bemerkung vor „das kannst vergessen, das ist nicht drin!“ Außerdem würde das wohl eher kontraproduktiv sein, „denn die jungen Leuten wollen nicht ständig von Erwachsenen beaufsichtigt, sondern auch mal unter sich sein.“ Also war die Formel schnell gefunden: So viel wie nötig und so einfach und unkompliziert wie möglich. Ein offener Unterstand soll’s werden, Wind- und Regenschutz soll er bieten, eine Bank. Für den Platz selbst ein, zwei Hockeytore. Die Anregung von Jugendlichen, das erforderliche Spielgerät möglichst auch mit anzubieten, kann jedoch nicht umgesetzt werden. „Die wären wohl schnell wieder weg“, so die Bürgermeisterin, aber – regte sie an –  man könne einen Hockeyschläger ja auch als Alternative für den neuesten PC auf die Weihnachtswunschliste schreiben.

Nach mehrmaligen Rückfragen, ob sonst noch irgendwelche Wünsche, Anregungen und Ideen unausgesprochen seien, faßte sich eines der anwesenden Mädchen doch noch ein Herz: „Eine Eisfläche zum Schlittschuhlaufen im Winter wäre schön“, kam’s ein wenig schüchtern. Die Idee fanden allerdings alle prima, nicht nur die Jugendlichen. Man könnte da ja auch wunderbar Stockschießen griff Christoph Kropp (FW) den Gedanken auf: eine typisch bayrische Sportart, die in Adlkofen immer schon großen Anklang gefunden habe. Eislaufen und Stockschießen auf einer Fläche, ob das wohl gut ginge? Jetzt wolle man doch erst einmal nach einer geeigneten Fläche für die Eisläufer schauen, so die Bürgermeisterin und bat um Vorschläge, die man ihr gerne auch ins Rathaus übermitteln könne.

Das allerdings wird nicht mehr nötig sein, denn kaum war der Gedanke an eine Natureisfläche in die Welt gesetzt, begann auch schon ein kleines „Brainstorming“ unter den Anwesenden. Geendet hat es mit der Anregung, die beiden Regenrückhaltebecken an der Zufahrt zum Industriegebiet zu nutzen. Eins für die Schlittschuhläufer, das andere für die Eisstockschützen. Die Realisierung: gefrorenen Boden mit Wasser aufspritzen, durchfrieren lassen, fertig – da war man sich schnell einig. Im Herbst vielleicht noch Binsen und Schilf zurück schneiden,  damit auch Platz da ist, schon könnte das Adlkofener Schlittschuhparadies erschaffen sein. Voraussetzung natürlich, es wird entsprechend kalt.

Für die Umsetzung der Platzgestaltung werde die Gemeinde jetzt schauen, ob sie von Handwerkern aus ortsansässigen Firmen oder aus den Vereinen Unterstützung bekommen könne. „Handwerker, da haben wir auch welche im Verein!“ Mit der Wortmeldung von KLJB-Vertreter Christoph Theiß kam jetzt auch Schwung in die Diskussion zur Umsetzung der Ideen. Bis dahin war es ja nur eine Wunschliste an die Gemeinde, die vorgetragen wurde. „Wir hätten gerne, jetzt mach mal, liebe Bürgermeisterin“, hätte man bislang titeln können. Mit der KLJB gab’s jetzt dankenswerter Weise auch eine Option auf Lösung der anstehenden Aufgaben. Vorausgesetzt die Mitglieder des Vereins sehen das genauso, wie ihr Vorstandsvertreter. Aber da waren Elisabeth Roider und Christoph Theiß zuversichtlich. Als dann auch noch eine Eislaufenthusiastin die Anregung vorbrachte, man möge doch bitte, wenn’s die Eisfläche gibt, auch darauf achten, daß sie belaufbar und glatt bleibe, meine GR Kropp, es reiche dafür aus, bei Bedarf einfach Wasser aufzutragen. „Wasser? Ja das ist kein Problem, das kann die Feuerwehr,“ meldete sich jetzt auch der Jugendbeauftragte Sebastian Veitl von den Adlkofener Floriansjüngern zu Wort. Es würde reichen, einfach anzurufen, den Rest könne er dann schon organisieren.

Platzgestaltung, Wetterschutz, „Eislaufstadion“ und alles schon so gut wie unter Dach und Fach – das war mehr, als man vom ersten Adlkofener Jugendforum hatte erwarten können. Sie freue sich, so die Rathauschefin, daß die Idee so regen Zuspruch und großes Interesse gefunden habe. Das nächste Treffen soll – auch darüber war man sich schnell einig – vierteljährlich, also im Frühjahr zur Fastenzeit stattfinden. Man werde sich, so Maurer, dann im Sitzungssaal des Rathauses treffen. Für die Idee, ein Jugendforum einzurichten, bekam sie anschließend noch den Dank der Vereine ausgesprochen. „Wir sind froh, daß es so etwas jetzt bei uns in der Gemeinde gibt“, war der allgemeine Tenor.

 

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