Das eine war der Winter, das andere nicht der Biber

 

Adlkofen. Eine CSU-Veranstaltung in Reichlkofen hatte im Sommer diesen Jahres für reichlich Verstimmung und entschiedene Gegenwehr der Bürgermeisterin in der darauffolgenden Gemeinderatssitzung gesorgt. In der allgemeinen Fragerunde hatte sie sich damals GR Markus Zehentbauer „zur Brust genommen“ und mit deutlichen Worten dessen Äußerungen auf der besagten Versammlung zu Entscheidungen im Gemeinderat und dem Aufzuganbau am Rathaus gerügt. Zehentbauer, der damals die Zurechtweisung mehr oder weniger klaglos hatte über sich ergehen lassen, wurde nunmehr von Gemeinderat Alois Winter (CSU/Einigkeit) am Montag in der Runde „Fragen und Informationen“ zum Ende der Sitzung vollständig rehabilitiert.

„Wer dort etwas zum Aufzug gesagt hat, war nicht der Markus, sondern ich“ bekannte Winter frisch von der Leber weg in Richtung Bürgermeisterin und ließ die auch gleich noch wissen, daß sie von ihrer Quelle vollkommen falsch informiert worden war. Winter: „Was ihnen da sonst noch zu Ohren gekommen ist, stimmt so auch nicht“! Es wäre durchaus sinnvoll, so der Gemeinderat ein wenig süffisant, „wenn man bei solchen Vorkommnissen vorher das Gespräch unter den Beteiligten suchen und angeblich falsche Äußerungen in einem persönlichen Gespräch aufklären würde, ehe man damit an die Öffentlichkeit geht“.

Der gescholtene Markus Zehentbauer war es also nicht und der nur kurz darauf verdächtigte Adlkofener Biber auch nicht. Allerdings letzterer in einem vollkommen anderen Zusammenhang, wie klar sein sollte und das kam so: Gemeinderat Hans Walter von den Freien Wählern forderte die Gemeinde auf, den Pfarrwiesgraben in dem sich das Wasser stauen würde, zu räumen. Walter sprach von dem Gewässerabschnitt zwischen der LA 30 und dem weiter südlich neben dem Oberlauf befindlichen mit Betonpflastersteinen befestigten, von Engkofen her kommenden Feldweg – der „Betonstraße“. Kaum gesagt, entfuhr es auch schon der Rathauschefin: „Das ist der Biber“!

wasserstau aber vom biber keine spur

Ein paar dürre Zweige, Mulch, Laub und aufgeschäumtes Nitrit – aber vom Biber keine Spur

Wie gut, kann man da nur sagen, daß es in unserer Gemeinde so einen bösartigen Biber gibt, dem man auf Vorschuß schon einmal für jeden Umweltmist, der sich in der Gemeinde an einem Gewässer zuträgt, die Schuld zuschieben kann. Auf der Suche nach einem Biberdamm an so exponierter Stelle bin ich mit der Kamera bewaffnet, tags darauf den Pfarrwiesgraben entlang des kompletten Teilstücks abgelaufen. Biberdamm – Fehlanzeige! Andere Biberspuren zu beiden Seiten entlang des Grabens – Fehlanzeige! Ja, wo ist er denn, der Biber?!

mulch, laub und flussbausteine verstopfen den pfarrwiesgraben

Flußbausteine, Laub und Mulch – auch hier fehlt jede Spur von einem Biber

Überhaupt nichts zu sehen? Doch, es gibt tatsächlich Stellen, an denen sich der Pfarrwiesgraben etwas zurückstaut. Die Ursache hierfür ist aber nicht Dammbaumeister Biber, wie von Bürgermeisterin Rosa-Maria Maurer vorschnell behauptet, sondern entlang des Pfarrwiesgrabens liegengebliebener Wiesenschnitt. Das leidige Mulchthema läßt grüßen! Regen hat den stellenweise in den Graben gewaschen. Er hat sich an zwei Stellen zusammen mit Laub und ein paar dünnen, vom rauhen Herbstwind aus den weiter oben am Bach stehenden Bäumen gerissenen Zweigen, an zwei Stellen, an den im Bachgrund liegenden Granitsteinen, verfangen. „Flußbausteine“ nennt sich der Schutt, der aus dem Pfarrwiesgraben einen oberbairischen Gebirgsbach machen möchte. Für Adlkofen tut’s schließlich ein gewöhnlicher und eigentlich hierher gehörender, typisch niederbairischer Feld-, Wald- und Wiesenbach schon lange nicht mehr. Wer auch immer hier seinen Steinbruch-Abraum im Pfarrwiesgraben versenkt hat, sollte jetzt von der Gemeinde auch die Rechnung für die von GR Walter angeregte Grabenräumung bekommen. Und unser Adlkofener Biber, der hat jetzt zwei Dämme gut. Ob die Botschaft wohl ankommt?

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