Da war noch was…

…richtig – die Berichterstattung über die letzte Gemeinderatssitzung

Adlkofen. Die wollte ich eigentlich komplett ausfallen lassen. Die Bildergeschichte von Robert Beringer zur Frage, warum braucht’s Naturlehrpfade und wie kann ein solcher aussehen, war interessant und aufschlußreich. Zum richtigen Zeitpunkt wird sie auch im BLATT’L erzählt werden und bis dahin ist noch Zeit. Zudem – was von dem einstimmigen Beschluß zu halten ist, einen Naturlehrpfad parallel zur Deutronic-Straße entlang des Pfarrwies-Grabens anzulegen, wird sich erst noch zeigen, wenn es um die Ausgestaltung und Finanzierung geht. An jenem Tag schlägt dann die Stunde der Wahrheit. Bis dahin ist der getroffene Beschluß erfreulich, aber nicht werthaltig und daher kaum der Erwähnung wert.

Auch der erste Punkt auf der Tagesordnung, Akustik-Gutachten Rathaus-Sitzungssaal, ist nicht gerade so, daß ich mich für einen Bericht darum reißen würde. Schon wieder den „Haudrauf“ zu geben, wird mir allmählich z’wider! Ich habe also lange hin und her überlegt – aber es geht nicht anders. Nein, man kann diese verworrene Gedankenwelt, die manchen Gemeinderat offenkundig übel zu schaffen macht, nicht einfach hinnehmen und vom Winde verwehen lassen! Bleibe ich also konsequent und schreibe doch – wenn auch spät und widerwillig.

Konsequent zeigten sich auch die beiden SPD-Gemeinderäte Hubertus und Stephan Werner einmal mehr in der Debatte um die künftige Beschallung des Sitzungssaales im Adlkofener Rathaus. Konsequent sind sie ja, aber eben nur in ihrer Inkonsequenz und so wurden in der letzten Gemeinderatssitzung akustische Verbesserungen, welche im Zusammenhang mit der jetzt mit 8:7 Stimmen als „unveränderbar“ festgeschriebenen Sitzungssaaldecke stehen, strikt unterbunden.

Während Hubertus Werner nach der Vorstellung des Akustikgutachtens und etwas unpräziser Vorschläge zur Verbesserung der  Raumbeschallung erst Einsehen mit einfachen baulichen Maßnahmen, insbesondere für das erforderlich werdende Abhängen der Decke signalisierte und anfragte, ob es nicht möglich wäre, vor der Ratsentscheidung dazu eine Computer-Simulation zu sehen, gab Stephan Werner Einsichten aus seiner Nebenberufspraxis als DJ zum Besten. Es sei ihm vollkommen klar, daß die Sache mit den Tischmikrophonen und eine Lautsprecherposition vor den Mikrophonen nicht ohne schrille Rückkopplungseffekte funktionieren und ihre Vermeidung nicht ohne bauliche Maßnahmen umgesetzt werden kann. „Als DJ macht man da immer wieder schlimme Erfahrungen“, so Werner. Sonst aber, räumte der SPD-Mann ein, verstehe er absolut nichts von Akustik und riet, sich besser auf das Gutachten, denn auf laienhaftes Herumexperimentieren zu verlassen.

Beides möchte man meinen, recht vernünftige Ansichten – eine Simulation hätte nicht geschadet (warum hatte der ohnehin denkbar schlecht vorbereitete Gutachter nicht selber an eine solche gedacht – wollte der Mann etwa keinen weitergehenden Auftrag von der Gemeinde?). Als dann aber der Antrag von CSU-Chef Bernhard Westermeier auf den Tisch kam, der für die Anregungen des Gutachters keinerlei Verständnis zeigte und mit Nachdruck den unveränderten Erhalt der Saaldecke forderte, die „unbedingt erhaltenswert“ sei, warfen sowohl Hubertus als auch Stephan Werner ihre eigenen Vorschläge über Bord und wollten von  (neben)beruflicher Erfahrung ebenso wenig noch wissen, wie auch der Chance, sich vor einer Entscheidung ein Bild zu möglichen Ausführungen zu machen. Beiden schien plötzlich nur noch wichtig zu sein, die Ergebnisse des Gutachtens ad absurdum zu führen und der, die Maßnahmen befürwortenden Bürgermeisterin, eins auszuwischen. Vielleicht aber hatte auch der wahrlich stümperhafte Vortrag des Gutachters die Gemeinderäte verärgert – an der Stelle kann man sich nicht ganz so sicher sein.

Ist ja recht und schön, wenn ein Gemeinderat, so wie in diesem Fall Bernhard Westermeier, seinen zu dieser Sache schon mehrfach geäußerten Standpunkt unbeirrt vertritt. Aber nur, weil es bei den von Westermeier in seiner Argumentation bemühten Vereinsfesten und in Bierzelten so üblich ist, ein Mikrophon auf die Bühne zu stellen und die Lautsprecher dorthin zu hängen, wo man meint die Beschallung der Besucher könnte nachlassen und was dann seinen Worten zu folge „hervorragend funktioniert“, muß das nicht auch in einem Sitzungssaal so sein. Zum Einen ist die Räumlichkeit des Sitzungssaales, die bauliche Gestaltung und die Raumausstattung, nicht mit schallschluckenden Bierzeltwänden und in Zelten befindlichen Dekorationen zu vergleichen. Zum anderen bringen gastronomische Veranstaltungsräume kaum mit dem Adlkofener Sitzungssaal vergleichbare Ausmaße und akustische Voraussetzungen mit – erst recht, wenn Tischmikrophone in’s Spiel kommen mit womöglich nur in wenigen Metern Abstand davor an Decke oder Wänden montierten Lautsprechern. Und ist es nicht selten gerade so, daß auf Vereinsfesten meist „laut“ mit guter Akustik verwechselt wird, die Phonzahl vor Verständlichkeit rangiert?

Umsichtig, am Ziel der Maßnahme orientiert und der Gemeindekasse gegenüber verantwortlich wäre es gewesen, vom Gutachter vor einer weiteren Entscheidung die angeregte und wieder verworfene Simulation der Decke im abgehängten Zustand einzufordern. Aber damit hat man’s halt im Adlkofener Gemeinderat nicht unbedingt – mit der Umsichtigkeit. Und wer nach Lösungen statt Torpedos sucht, hätte auch einmal die Frage diskutieren können, ob nicht eventuell Glas, glatt oder mit strukturierter Oberfläche oder andere durchsichtige bis durchscheinende Materialien, möglicherweise auch eine Kombination aus solchen, ein verbindendes Element zwischen „erhaltenswerter Decke“ und verbesserter Akustik hätten sein können. Ein Akustikfachmann war am Ratstisch, man hätte nur zu fragen gebraucht.

In Adlkofen jedoch ist es in der unglückseeligen Allianz von CSU/Einigkeit und SPD allemal einfacher, Vorschläge der Bürgermeisterin zu untergraben und abzulehnen, als über das eigentliche Problem und sinnvolle Lösungen nachzudenken. Man denkt in Machtgehabe, nicht wahr Herr Fraktionssprecher, da stört Vernunft! Das kommt angeblich auch dem erklärten Ziel der beiden Fraktionen im gemeinsamen Kampf um den Chefsessel im Rathaus wesentlich näher, als dem Ort zuträgliche Gemeinderatsentscheidungen. Die wären jedoch die eigentliche Aufgabe des Gremiums. Nur, ihr rot-schwarzen Verhinderungsstrategen, schreibt es euch hinter die Ohren: Euer Spiel haben die Adlkofener Bürger schon längst durchschaut und nehmen es genüßlich grinsend immer wieder erneut zur Kenntnis, wie ihr euch mit blindem Fleiß und vernagelter Beharrlichkeit das eigene Wasser abgrabt. Für Adlkofen kann das mittelfristig nur von Vorteil sein. Für euch jedoch kommt erschwerend hinzu: Da ihr zum großen Teil auch als Freiberufler oder Unternehmer unterwegs seid, kommt man mit der Zeit an der Frage nicht länger vorbei, ob es sich bei eurem Gemeinderatsverhalten beziehungsweise beim Umgang mit und der Lösung von Problemen offenbarten diffusen Gedankenwelt nicht etwa auch um ein Spiegelbild eurer unternehmerischen Fähigkeiten handeln könnte? Das wäre schon im Ansatz dann geradezu tragisch…

 

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