CSU und „Einigkeit“ sehen Gemeinde auf „einem guten Weg“

Josef Scharf kandidiert erneut um den Rathaus-Chefsessel

CSU Kandidaten 2014

Die Kandidaten der Liste CSU-Wählergemeinschaft „Einigkeit“ hier leider ohne Namensnennung, da wir jetzt vergeblich vier Tage auf die von Bgm. Scharf zugesagte Namensbekanntgabe in der Bildreihenfolge warteten und der Redaktion nicht alle Personen namentlich bekannt sind.

Adlkofen. Auf eine für die Gemeinde positive Entwicklung seiner gesamten Amtszeit blickte Bürgermeister Josef Scharf am Mittwochabend bei der gemeinsamen Nomi- nierungsversammlung der Adlkofener CSU mit der Wählergemeinschaft „Einigkeit“ zurück. Vor seiner Bilanz bedankte er sich bei seinem, aus „persönlichen Gründen“ nicht an der Versammlung teilnehmenden, Stellvertreter im Amt als Bürgermeister Hans Kargl und Fraktionssprecher Helmut Steinmeier.

Nach einem Ausflug in das Kommunalwahlrecht, sah Scharf die Zeit gekommen, „die Weichen neu zu stellen.“ Die letzten zwölf Jahre unter seiner Leitung sei die Gemeinde ein „gutes Stück vorangekommen.“ Der Schuldenabbau gebe dafür ein gutes Beispiel. Bei seinem ersten Amtsantritt haben die noch rund 4 Millionen Euro betragen, zum 31. De- zember des letzten Jahres standen sie nur noch mit rund 1,2 Millionen in den Büchern.  Dennoch sei es der Gemeinde gelungen, Investitionen zu stemmen. Das Wohnheim für Senioren wäre ein „großer Sprung geworden, der auch in den Nachbargemeinden Neid hat aufkommen lassen.“ Scharf räumte ein, für solche Erfolge nicht alleine verantwortlich zu sein: „Das geht nur, wenn Bürgermeister und Gemeinderat an einem Strang ziehen.“

Fraktionssprecher als „Fels in der Brandung“

Scharf vertrat die Ansicht, es sei eine „natürliche Sache, wenn Spannungen kurz vor der Wahl auftreten.“ Der CSU-Vorsitzende bezeichnete das sogar „als legitim“ und dankte ausdrücklich Helmut Steinmeier, der als Fraktionssprecher „gerade in den letzten zwölf Monaten im Hinblick auf die Kinderkrippe großen menschlichen Sachverstand und Kompetenz gezeigt hat.“ Nach einem Dank an die Fraktionskollegen und der Feststellung, die große Zahl der im Gemeinderat getroffenen Beschlüße sei immer dann einstimmig gewesen, „wenn es richtungsweisende Entscheidungen waren,“ bekam die Presse einmal mehr ihr Fett weg. Manches sei falsch oder einseitig dargestellt worden. Vielleicht, so Scharf, sei auch „einfach nur mehr Hintergrundwissen erforderlich gewesen.“ Gleichwohl hoffe er für „diese Veranstaltung auf eine faire Berichterstattung.“

Zu hohe Erwartungen in der Bevölkerung?

Zwangsläufig gäbe es auch in der Bevölkerung hohe Erwartungen an den Inhaber eines Bürgermeisteramtes, so der CSU-Vorsitzende. Bei 37 Vereinen in Adlkofen „ist es jedoch nicht möglich, überall dabei zu sein.“ Darin solle aber keinesfalls eine mindere Wertschät- zung zum Ausdruck kommen.

Radweg Ergebnis von „Vitamin B“

Schon einmal dabei, unbewußt aber kräftig und vollkommen unbekümmert in’s Fettnäpf- chen zu treten, rühmte sich Scharf nur wenige Sätze später einer Eigenschaft, die seit Max Streibls „Amigo-Affäre“ im Jahr 1993 auch bzw. gerade in CSU-Kreisen der Vergangenheit angehören sollte. Scharf: „Auch Vitamin B hat sich positiv auf Adlkofen ausgewirkt und den Radweg von Blumberg zur LA11 kurzfristig ermöglicht.“ Eine solche Aussage läßt die Ver- mutung keimen, bei der Baumaßnahme könnte es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Gibt es hier Aufklärungsbedarf oder war das nur eine dumme Wortwahl? Den anwe- senden CSU-Mitgliedern war’s egal; mit Applaus dankten sie ihrem Vorsitzenden für seine Ausführungen.

Nicht alle CSUler stehen hinter Scharf

Da an diesem Abend ja vor allem die Kandidaten für die Kommunalwahl festgelegt werden sollten, wurde auf Vorschlag von Vorsitzendem Scharf zum Versammlungleiter Rudi Kessler und in den Wahlausschuß Georg Oßner und Winfried Weiß gewählt. In geheimer Abstimmung sprach sich die Versammlung für Josef Scharf als Kandidaten für das Bürger-meisteramt aus. Allerdings durften bei der Wahl nicht alle für die Gemeinderatskandidaten stimmberechtigten 35 Personen mitstimmen; erst hieß es drei, dann waren es durch ein späteres outing vier Personen, die von der Stimmabgabe ausgeschlossen waren. Der Grund: sie hatten bereits einen anderen Kandidaten bzw. eine andere Kandidatin durch Leistung ihrer Unterschrift auf einem Wahlvorschlag unterstützt.

Personenkult und Planungsauftrag als Motivation für Kandidatur?

Vor der Abstimmung über den Listenvorschlag, bat Versammlungsleiter Rudi Kessler die Kandidaten, sich den Versammlungsteilnehmern vorzustellen. Kessler: „Ich bitte darum, persönliche Bemerkungen und Abqualifizierungen in diesem Rahmen nicht vorzunehmen.“ Ein Wunsch, der ihm durch die Bank erfüllt wurde, der meistgehörte Satz bei den Ausführungen der einzelnen Kandidaten zur Motivation für ihre Kandidatur zielte dann auch in eine ganz andere Richtung und war „ich kandidiere, um Bürgermeister Scharf zu unterstützen.“ Schon ein wenig seltsam, sollten bei einer Kommunalwahl doch eher die Einwohner einer Gemeinde, ihre Anliegen und die der gesamten Kommune im Mittelpunkt stehen. Da hätte Kandidat Florian Wimmer für die CSU Boden gut machen können, doch auch in seinen Sätzen tauchten die Worte „Einwohner“, „Gemeinde“ „Bürgeranliegen“ oder gar Adlkofen bzw. Ähnliches nicht auf.  Stattdessen führte er den Planungsauftrag für die Kinderkrippe in’s Feld, den das Architekturbüro Wimmer von der Gemeinde erhalten hat und die in dem Zusammenhang zweifellos vorhandene Tatsache, mit Bürgermeister Scharf „sehr gut zusammenarbeiten zu können“. Sein Wunsch:  „diese erfolgreiche Zusammenarbeit in Zukunft fortzusetzen.“ Bürgerinteressen? Fehlanzeige! Reichlich mißverständlich, was da so an Begründung für eine Kandidatur zum Gemeinderat unters Wahlvolk gestreut wurde. Selbst CSU-Mitglieder, nach der Versammlung von uns darauf angesprochen, gaben zu, man habe diese Ausführungen „so oder so auffassen können.“ Darum will ich an der Stelle jetzt nicht den Eindruck erwecken, der Kandidat Florian Wimmer habe mit seinen Ausfürungen das genau so gemeint, wie seine Worte beim Berichterstatter angekommen sind.

Fraktionssprecher Steinmeier auf der „Ersatzbank“

Und so sieht die Liste der Wählergemeinschaft CSU/Einigkeit  in der Reihenfolge der Platzierungen aus: Josef Scharf; Rosmarie Aimer; Bernhard Härtel; Alexandra Passek; Johannes Huber; Bernhard Westermeier; Christina Drexlmaier; Florian Wimmer; Franz Wippenbeck; Stefan Altinger; Sven Gäbel; Alois Winter; Konrad Maier jun.; Thomas Brandstetter; Martin Hirtreiter und Toibias Hopfensberger. Nachrücker ist der bisherige Fraktionsführer Helmut Steinmeier, der – sollte ein Kandidat ausfallen – auf Beschluß der Versammlng, dessen Platz einnehmen würde.

Nachdem die Stimmen ausgezählt, die Liste von der Mehrheit angenommen worden war, bestimmte die Versammlung Rudi Kessler und Winfried Weiß zu Wahlbeauftragten. Fehlte noch die Entscheidung über eine Listenverbindung. „Anfrage ist keine da“, so Versamm-lungsleiter Rudi Kessler und „auch bei uns stellt sich die Frage nicht.“ Da aber eine Abstim- mung zu der Frage vom Gesetzgeber vorgesehen ist, führte man diese auch durch. Prompt fand sich auf einem Stimmzettel der Vermerk „Listenverbindung Reichlkofen“, alle ande- ren Teilnehmer lehnten eine Listenverbindung generell ab. Mit einem Schlußwort von CSU-Vorsitzendem Josef Scharf endete der offiziellen Teil der Versammlung. Er gehe da- von aus, so Scharf, daß ein großes Interesse vor allem bei den Kandidaten vorhanden sei, „auf eine positive Entwicklung zu hoffen und dafür die kommenden acht Wochen gemein- sam aufzutreten.“ Ein Wahlprogramm oder Schwerpunkte für die Arbeit im Gemeinderat bis 2020 wurden in der Versammlung nicht bekannt gegeben.

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