And the winner is? Adlkofen!

54,11 Prozent: Rosa-Maria Maurer ist neue Bürgermeisterin – Kopf-an-Kopf-Rennen bei Briefwahl

Glücklich und gerührt nimmt Adlkofens neue Bürgermeisterin die Glückwünsche ihrer Söhne entgegen.

Glücklich und gerührt nimmt Adlkofens neue Bürgermeisterin die Glückwünsche ihrer Söhne entgegen.

Adlkofen. Gegen 18.20 Uhr werden die Leute im Sitzungssaal das Rathauses allmählich nervös. Gut 50 Interessierte harren dort dem Ergebnis der Bürger-meister-Stichwahl. Die Kandidatin Rosa-Maria Maurer mit ihren Söhnen Maximilien und Sebastian. Wie lange mag das noch dauern? Man hört erste Zahlen, dem Nachbarn in’s Ohr geraunt. 70 Prozent? Aber für wen? Sie hat’s murmelt jemand. Dann der Rückschlag: Ja es sind 70 Prozent, aber nur die Wahlbeteiligung in Reichlkofen! Könnte eine Maurer-Hochburg sein; war doch das letzte Mal schon so, oder etwa nicht? Ist der Trend verläßlich? Warum meldet sich niemand aus anderen Wahllokalen? Fragen über Fragen und quälende Ungewißheit. Die Kandidatin selbst hat sich erstaunlich gut im Griff. Ihr ist die sicher auch vorhandene Anspannung nicht anzusehen. Noch nicht. Das ändert sich blitzartig als die nächsten Zahlen die Runde machen: 299 : 298 Stimmen, Scharf gewinnt hier; Insidergeflüster aus Briefwahlbezirk 3. „Jetzt bloß keinen Losentscheid“ ist zu hören. Maurers Körperhaltung wird steiff, der Blick versteinert. Ernste Gesichter auch bei 2. Bürgermeister Hans Kargl und Rosi Aimer, dem etwas abseits stehenden Hubertus Werner scheinen die Gesichtszüge eingefroren. Wird sein geniales „Danke Adlkofen“ etwa zum Rohrkrepierer?

Das Ergebnis hat sich auch vor dem Rathaus herumgespriochen.

Das Ergebnis hat sich auch vor dem Rathaus herumgespriochen.

Wo ist eigentlich die zweite Hauptperson, wo der Kandidat Josef Scharf? Weiß kein Mensch. Josef Scharf hat es auch diesmal vorgezogen, bei Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses durch Abwesenheit zu glänzen. Aber was ist nun, wo bleibt das Ergebnis? Kurz nach 18.30 Uhr betritt Wahlleiterin Katrin Satzl zusammen mit einer Kollegin den Sitzungssaal. Auf ihrem USB-Stick das Wahlergebnis. Alle Blicke folgen ihr auf dem Weg zum Kopf des Sitzungsovals; dorthin, wo das Objekt der Begierde steht, der Stuhl des Bürgermeisters. Heute stehen dort auch ein Beamer und eine Leinwand. Fiele jetzt eine Stecknadel auf den Teppichboden, man würde sie fallen hören. Dann will auch das Laptop nicht, oder streikt der Stick? Endlich baut sich ein Bild auf der Leinwand auf. Der obere Balken ist erfreulich lange; nur für wen? Der darunter kommt erst noch; Pixel für Pixel. Kein Mensch kann Zahlen lesen, oder Namen. Dann endlich nimmt das Bild Konturen an, es sind stolze 54,11 Prozent für die Kandidatin von „Demokratie leben“ geworden. 1.186 Stimmen; für Josef Scharf sind es 1.006 Stimmen oder 45,89 Prozent. Es dauert einige Augenblicke, bis alle begreifen, was sie sehen. Beifall braust auf, die Anspannung löst sich auch bei der neuen Adlkofener Bürgermeisterin.

Strahlende GesichterErste Gratulantin mit einem strahlenden Lachen ist eine Sozialdemokratin: Birgid Oberbeck-Veitl, danach die neben Rosa-Maria Maurer stehende Susanne Padua. Die fällt der frischgebackenen Bürgermeisterin vor überschäumender Freude lachend um den Hals. Danach gartuliert, ebenfalls als einer der Ersten, Georg Oßner vom CSU- Ortsverband. Es folgen die anwesenden Gemeinderäte Kargl und Aimer; in der Menge sind auch Bartholomäus Maierhofer und Hans Strasser. Weitere Gemeinderäte gehen in der Menschentraube, die sich um die Wahlsiegerin bildet, unter. Eine viertel Stunde vergeht, ehe sie die Zeit findet, auf ihrem Handy eine sms zu tippen. Die geht kurz darauf um den halben Erdball nach Hanoi. Dort wartet, obwohl schon Mitternacht, der in den Urlaub vorausgeflogene Ehemann auf Nachrichten aus der Heimat. Es sind gute Nachrichten, die Waldemar Maurer erreichen – Adlkofen hat gewonnen; seine Frau hat gewonnen!

Und so haben die Adlkofener abgestimmt:

Dieser Beitrag wurde unter Adlkofen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar