verdeutlichung seitenansicht wenn internetseiten gelöscht sind

Adlkofener Blatt’l: Seite nicht auffindbar!

Technisches Versagen? Sabotage? Durchgeknallte Buchhalterin!

Adlkofen.  Wer in den letzten Tagen, Wochen und Monaten die Seiten des Adlkofener-Battls besuchen wollte, wurde von der Technik vor den Kopf gestoßen. „Seite nicht auffindbar“ meldete der Browser vor weißem Hintergrund. Noch zu Beginn der Misere werden die Besucher von einem „Baustellenschild“ über die Vakanz des Blatt’ls informiert, doch schon nach wenigen Tagen weicht dieses dem lapidaren Hinweis „nicht auffindbar“.

Technisches Problem? Sabotage? Oder waren etwa die Seiten vom Herausgeber ohne Vorankündigung vom Netz genommen worden? Besonders die letzte Option hätte wohl bei nicht wenigen Adlkofenern, vornehmlich bei den Vertretern örtlicher Kommunalpolitik, Freude ausgelöst. Liebe Gemeinderäte, werte Parteienvertreter – so einfach mache ich es Euch nun wirklich nicht, auch wenn ich die kommunale Berichterstattung in den letzten fast zwei Jahren sträflichst vernachläßigt habe. Aber was war denn nun wirklich der Grund, für die nicht auffindbaren Internetseiten? Einfach gesagt – eine durchgeknallte Buchhalterin!

Am 26. Juni verschickt die eine Sammelrechnung zu verschiedenen Vorgängen, darunter marginale Beträge für Speicherplatzüberschreitungen und die Kosten für eine Domainverlängerung mit dazugehörigem Speicher. Pech für die Buchhalterin der Hostingfirma: Domain und Speicher sind seit Februar 2019 gekündigt und da Beträge sowohl für Domain als auch Speicherplatz laut Firmen-AGBs für 12 Monate im Voraus zahlbar sind, wird der Betrag natürlich nicht ausgeglichen. Der Restbetrag in der Größenordnung von rund 14 Euro geht am 7. Juli 2019 per Echtzeit-Überweisung an die Firma. Die Buchhaltung bestreitet erst die Kündigung, eine solche wäre per Mail nicht möglich und man habe auch keine Mail bekommen. Obwohl diese Kündigungsform ebenfalls in den veröffentlichten AGBs des Hostingangebotes sogar noch als besondere Serviceform herausgestellt wird, bestreitet unsere liebreizende Buchhaltungsfee also nicht nur die Rechtmäßigkeit der Kündigung. Konsequent wie sie ist, läßt sie den Regionalreport mit allen seinen Subdomains sperren. Die Seiten sind noch vorhanden, werden aber hinter einem Baustellenschild versteckt. Sie erinnern sich. 

Am 17. Juli, also zehn Tage nach Rechnungsausgleich, schneit dem Herausgeber eine „3. Mahnung“ über rund fünf Euro in’s Haus. Besonders prickelnd der Hinweis, sollte dieser Betrag nicht bis längstens 26. Juli ausgeglichen werden, käme dies einer Accountkündigung gleich, die Domains und Internetseiten würden gelöscht, der Fall einem Inkassounternehmen übertragen. Da schaut man erst einmal ziemlich bedröppelt, danach kommt allmählich das Blut in Wallung. Vorsichtshalber wird kontrolliert, ob nicht doch etwa die Rechnungsnummer oder der Betrag beim Kontoausgleich übersehen wurde. Nein, wurde er nicht. Also schon vor zehn Tagen bezahlt. Der „Hammer“ kommt aber erst. Bei der Nachschau im Netz ist keine der Domains oder Subdomains mehr auffindbar. Nicht nur der „regionalreport“ ist davon betroffen, sondern auch gleich noch „abc-deutschland.org“. Die Zahlenjongleurin mochte offenkundig die von ihr selbst gesetzte Frist nicht mehr abwarten und hat diesmal alle Netzinhalte löschen lassen. Die Seiten – zum Teil über zehn jahre alt und daher besonders wertvoll aus Sicht von Google und Co. – sind nicht mehr auffindbar.

Jetzt glüht der Draht beziehungsweise es rauschen die Mobilfunkwellen. Vermutlich auch die Ohren der Buchhalterin, die ich in die Leitung bekomme. Die bleibt cool, streitet alles ab, sei schließlich meine Schuld. Warum würde ich nicht bezahlen oder ordnungsgemäß kündigen und außerdem gäbe es bei der Firma sowieso keine von mir behauptete Vorauskasse. Der für den regionalreport im Februar bezahlte Betrag wäre also für Domain und Speicher im jahre 2018 zu entrichten gewesen. Ach ja, der eingegangene Geldbetrag ließe sich obendrein keiner Rechnung zuordnen, da zwei Vorgänge zu unterschiedlichen Verträgen in einer Mahnung zusammengfaßt sind, der Vorgang so von der Buchhaltungssoftware nicht erfaßt werden könne. – Schluck ! – Pardon, aber mit so viel Dummheit muß man erst einmal fertig werden.

Die der Firma gesetzte Frist zur Seitenwiederherstellung verstreicht. Es folgt ein weiteres Telefonat. Vermutlich eine andere Mitarbeiterin. Die wundert sich, murmelt was von „manueller Buchung“ und fordert eine Mail mit der Bitte um Seitenwiederherstellung. „Ohne die kann ich nichts machen.“ Eine solche Mail bekommt sie natürlich umgehend. Tags darauf die Rückmeldung „die Domains sind reaktiviert“. Tatsächlich sind die wieder dem Kundenkonto zugeordnet. Seiteninhalte bleiben jedoch weiterhin im Internet verschollen. Auf Nachfrage kommt dann sinngemäß diese Mitteilung. Die Inhalte könnten „aus Kulanz“ wieder hergestellt werden, wenn ich bereit wäre, 23 Euro je 15 Minuten hierfür erforderlicher Arbeitszeit zu bezahlen. „Teilen Sie uns mit, ob Sie damit einverstanden sind“.

An der Stelle können wir im Bericht abkürzen. Erst schuldhaft Werte zerstören, die Löschung von neun Jahre alten, tagesaktuell gepflegten Internetseiten entspricht einer Zerstörung und dann vom Kunden für die Wiederherstellung Geld abverlangen. Das Ganze auch noch schön mit dem Wort „Kulanz“ verpackt, ist genau das, was ich mir zum Frühstück wünsche! Die Redakteursseele kocht, die Atmung wird schneller. „Mafiamethoden“! Spontan fällt mir dazu nichts anderes ein. Dann dämmert es: gegen die Mafia und ihre Geschäftspraktiken hilft in der Regel nur einer. Der Staatsanwalt.

Der Schritt will wohl durchdacht und abgewogen sein. Tags darauf erstatte ich bei der Polizei in Landshut Anzeige wegen Nötigung gegen die Firma, vertreten durch ihren Geschäftsführer. Selbstverständlich unterrichte in den Geschäftsführer per Einschreibbrief mit Rückschein von diesem Schritt, lege ihm auch eine Kopie der Anzeigeerstattungs-Bestätigung bei und rege erneut die vollständige Wiederherstellung all meiner Internetinhalte an. Neben den Hauptdomains „regionalreport.org“ und „adlkofener-blattl.de“ betrifft dies noch „abc-deutschland.org“, 33 Subdomains sowie 43 eMail-Konten samt deren Inhalt.

Seit Eintreffen meines Einschreibbriefes vergangene Woche kommt die Firma meiner Bitte zur Wiederherstellung inzwischen ohne große Verzögerung nach. Wie heute Morgen eine nur oberflächlich mögliche, erste Kontrolle ergab, sind die Mailkonten inzwischen vollständig wieder hergestellt. Die Subdomains ebenfalls vollzählig vorhanden. Die Vollständigkeit der Inhalte nehme ich zu Gunsten der Hostingfirma einmal an, die Kontrolle dazu dauert an, ist zeitaufwändig. Hm… Zeit. Wie war das doch gleich? 23 Euro je 15 Minuten Arbeitszeit sollte ich ursprünglich dafür bezahlen. Seit Beginn der Wiederherstellungsarbeiten sind etwa zweieinhalb Werktage vergangen.