Adlkofener besuchten Benediktinerabtei und Wachsmuseum

Die oberbayersichen Orte Scheyern und Pfaffenhofen waren Ziele der Senioren – Blick in Hans Hipps Lebzelterei

Basilika Scheyern mit Besuchern

Gastfrater Joachim berichtet den Adlkofnern von der Geschichte der Basilika

Scheyern/Pfaffenhofen/Adlko- fen. 55 Frauen und Männer aus der Pfarrei Adlkofen besuchten kürzlich die Basilika der Benediktiner-Abtei Scheyern und das Wachsmuseum in der Kreisstadt Pfaffenhofen an der Ilm. Die Seniorenbeauftragte Anne- liese Kühn hatte die Fahrt gut vorbereitet, so das einhellige Lob der Teilnehmer. Gastfrater Joachim erklärte den Gästen das Gotteshaus, das in seinem Ursprung auf die Klostergründung 1119 zurückgeht. Ursprünglich war das Kloster ja eine Burg der Skiren – später Schyren – und noch etwas später nannten sie sich Grafen von Scheyern. Sie waren das Ursprungsgeschlecht der Wittelsbacher und als 1119 Graf Otto V. als Graf von Wittelsbach in die gleichnamige Burg umzog, stiftete er die ungenutzte Scheyerer Burg als Kloster; aus der Burgkapelle wurde im Laufe der Zeit die Basilika. Äußerlich sichtbares Wahrzeichen der Basilika ist das Kreuz mit doppeltem Querbalken auf der Turmspitze. Die Kirche ist die Grablege der ersten Wittelsbacher. Die bayerischen Herzöge und Herzoginnen Otto I. und Agnes von Loon, Ludwig der Kelheimer, Otto II. und Agnes von Braunschweig sind im Kloster Scheyern begraben.

Das Hauptschiff der Scheyerer Basilika

Das Hauptschiff der Scheyerer Basilika

In der Kapelle mit dem berühmten „Scheyerer Kreuz“, das seit über 800 Jahren einen verhältnismäßig großen Splitter des Kreuzes Christi enthält, erhielten die Besucher aus Adlkofen den Segen. Urkundlich verbürgt ist allerdings nur, das der Splitter tatsächlich aus Jerusalem stammt.

Zweite Station des Besuchs war das Wachsmuseum Hipp in Pfaffenhofen an der Ilm, dem 2011 als die „Lebenswerteste Stadt der Welt“ ausgezeichnetem südlichen Tor zur Hallertau. Seit 400 Jahren ist die ehemalige Lebzelterei im Eigentum der Familie Hipp. Heute ist sie ausgebaut zu einer modernen Konditorei, anspruchsvollen Confiserie und einem Tagescafe. Konditormeister Hans Hipp ging in einer kleinen Führung auf die Firmengeschichte ein und zeigte die verschiedenen Produkte, darunter Votivgaben, Kerzen und im Original erhaltene Wachsmodel aus der Gründerzeit.

Gruppenbild mit Pfarrkirche: Die Adlkofener Pfarr-Ausflügler am Rathausvorplatz auf dem Pfaffenhofener Hauptplatz

Gruppenbild mit Pfarrkirche: Die Adlkofener Pfarr-Ausflügler am Rathausvorplatz auf dem Pfaffenhofener Hauptplatz

Die Kerzenmacher früherer Zeit waren die „Lebzelter“; sie verarbeite- ten den Ertrag der Bienen. Mit dem Honig wurden Lebkuchen und mit dem Wachs Kerzen hergestellt. Be- merkenswert aus der Familienge-schichte: Sein Großvater Joseph Hipp hatte ein familiäres Problem. Zwei der sich im Laufe der Zeit einstellen- den acht Kinder – ein Zwillingspaar – waren magenkrank. Die Kleinkinder benötigten besondere Nahrung und so machte sich Joseph Hipp daran, für die beiden feinsten Zwieback zu backen. Das Gebäck wurde klein gerieben und mit Milch zu einem nahrhaften Brei ange- rührt. Aus der „Not“ wurde ein Weltkonzern, HIPP’s Babynahrung war erfunden! Heute gehört der in aller Welt bekannte Nahrungsmittelhersteller einem anderen Zweig der Familie Hipp.

Aufmerksame Zuhörer aus Adlkofen in der Basilika der Benediktiner-Abtei.

Aufmerksame Zuhörer aus Adlkofen in der Basilika der Benediktiner-Abtei.

Was aus „Alten Zeiten“ der Lebzelterei –lückenlos seit 1610 – der heutigen Confiserie Hipp geblieben ist, sind die Rezepturen und das Geheimnis um die Herstellung exzellenter Lebkuchen und feiner Lebzelten. Die feinen Honiglebkuchen aus seiner Bäckerei seien eine Bereicherung für die Weihnachtszeit, wie Hans Hipp nicht ganz ohne berechtigten Stolz feststellen konnte.

(Anm. d. Red.: Hans Hipp hat da nicht übertrieben: Weihnachten ohne Lebkuchen aus dem Hause Hipp ist heute noch und nicht nur für viele Pfaffenhofener Familien ohne die feinwürzigen Spezialitäten nicht denkbar).

Fotos: Johann Schober

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