„Adlkofen kann mehr“ – GRÜNE starteten in den Kommunalwahlkampf

Ziele GRÜNER Gemeinderäte: Transparente Politik und Lebensqualität für Jung und Alt – Bürgermeisterkan-didatin Maurer zeigt Alternativen auf

Voll besetztes Restaurant beim Wahlauftakt der Adlkofener GRÜNEN

Nur noch Stehplätze für die Kandidaten beim Wahlauftakt der GRÜNEN

Adlkofen. „Adlkofen kann mehr“ ist das Motto des Ortsverbandes von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und seiner Kandidaten und Kandidatinnen für die anstehende Kommunalwahl. Und in der Tat – wie es aussieht, können die GRÜNEN tatsächlich „mehr“. Der Besuch ihrer ersten Wahlkampf-Veranstaltung jedenfalls sprengte alle Erwartung oder wie Alexander Kropp das im Laufe des Abends formulierte, „im Vergleich zu unserer Kandidatenaufstellungsversammlung erleben wir heute eine Publikumssteigerung von tausend Prozent – ich bin überwältigt und wir können uns dafür nur bedanken!“ Tatsächlich war das Restaurant des Gasthauses „Alter Wirt“ rappelvoll. Da wurden Stühle aus dem Saal herangeschafft und dennoch mußten die Kandidaten als Hauptdarsteller des Abends mit Stehplätzen Vorlieb nehmen. Es gab einfach keinen Platz mehr, wo man einen Stuhl hätte hinquetschen können. Die Landratskandidatin Petra Seifert und die GRÜNEN-Vorzeigefrau des Landkreises, MdL Rosi Steinberger, hatten gerade noch Glück – sie bekamen je einen der letzten Plätze unter den knapp 70 Besuchern.

Seit dem Tag der Kandidatenkür im Januar hat sich bei den GRÜNEN Adlkofens eine Menge getan. Selbst die damals noch vor gerade einem Dutzend Zuhörern nervös agierende Ortsvorsitzende meisterte diesmal ihre Aufgabe sehr souverän und stellte abwechselnd mit Birgit John und Alexander Kropp, den beiden Listenführern, die Ziele der GRÜNEN für die Arbeit im nächsten Gemeinderat vor. „Adlkofen kann mehr“ – so der Slogan des Ortsverbandes; und in der Tat:

„Adlkofen kann mehr“ – zum Beispiel beim Umweltschutz wenn es nach den GRÜNEN geht. Im Interesee künftiger Generationen geht es um intakte Böden, sauberes Wasser und reine Luft. Die können nur dann weitergegeben werden, so Marlene Schönberger, „wenn wir heute auf gesunde Lebensmittel und Erholungsräume achten.“ Damit die Natur in Adlkofen weiter erlebbar bleibt, sei der Ausbau regenerativer Energieen, eine Eindämmung der Massentierhaltung und eine Beschränkung der Bodenversiegelung wichtig.

„Adlkofen kann mehr“ – Eine familien- und kinderfreundliche Gemeinde ist eine solche Aufgabe, der sich die Spitzenkandidatin Birgit John verstärkt widmen möchte. Hier könnte Adlkofen auf alle Fälle mehr! Die Marketingberaterin und begeisterte Fußballtrainerin John: „Nur eine kinderfreundliche Gemeinde ist eine zukunftsfähige Gemeinde und darum wünschen wir uns Tempo 30 in allen Wohngebieten, den Ausbau von Radwegen und die Schaffung eines Jugendtreffs.“

„Adlkofen kann mehr“ – eine Feststellung die auf alle Fälle für den Punkt „Transparenz, Bürgernähe und konstruktive Arbeit im Gemeinderat“ zutrifft. Hier wollen sich die Kandidaten der GRÜNEN für eine frühzeitige Information der Bürger zum Beispiel über geplante Baugebiete einsetzen. Wohl in keinem anderen Punkt Ihres Wahlprogrammes unterscheiden sich die GRÜNEN zu der jetzt noch den Gemeinderat beherrschenden CSU-Mehrheit, wie in diesem: Bürgerbefragungen und vor allem Bürgerversammlungen! Marlene Schönberger: „Gemeindepolitik muß für alle – auch online – einsehbar und verständlich sein.“

„Adlkofen kann mehr“ trifft mit Sicherheit auch auf das von Alexander Kropp skizzierte „große Ganze“ zu. Viele Dinge, die unter diesen Begriff fallen, habe die Gemeinde nicht direkt in der Hand, so der Kandidat, „obwohl sie uns vor Ort sehr wohl betreffen.“ Die Adlkofener GRÜNEN unterstützen daher Bürgerinitiativen, plädieren für den sofortigen Atomausstieg und sprechen sich gegen die Autobahn „B15 neu“ ebenso entschieden aus, wie gegen den Bau der 3. Startbahn des Flughafens MUC.

Die persönliche Vorstellung der einzelnen Kandidaten war – das konnte man der akribischen Vorbereitung entnehmen – den Personen selbst und dem Ortsverband sehr wichtig. Und so überraschte es nicht, daß sie sich dafür mit guten Argumenten und ihren persönlichen Qualifikationen entsprechend gerüstet, dem Wahlvolk präsentierten.

Deplazierter Profilierungsversuch zweier SPD-Kandidaten

Die Organisationsberaterin Petra Seifert sieht sich ihren eigenen Worten folgend „bestens für die Nachfolge im Amt des scheidenden Landrats gerüstet.“ Es sei an der Zeit für mehr grüne Politik auch im Landkreis. Der Trinkwasserschutz sei eines der dringensten Probleme nicht nur im nördlichen Landkreis. Die Ausnahmegenehmigung für die Vilstalgruppe bezüglich der Desethylatrazin-Konzentration sei auf Dauer kein haltbarer Zustand und es müsse Vorsorge getroffen werden, um die Trinkwasserversorgung für künftigfe Generationen zu ermöglichen. Die erneuerbaren Energien müßten vorangebracht und die „B15 neu“ in ihrer 40 Jahre alten Form verhindert werden. Es gelte Alternativen zu suchen; wie Ortsumgehungen zur Entlastung einzelner Gemeinden. Leider wurden ihre Ausführungen insbesondere zur B15 neu und den Perspektiven der Erneuerbaren Energien durch die Zwischenrufe aus den Reihen der anwesenden SPD-Mitglieder massiv gestört. Der Versuch von Peter Oßner und Johann Meier, die Rednerin in ein Streitgespräch um grüne Politik fernab jeglichen kommunalpolitischen Bezugs zu drängen und sich bei den Zuhörern auf Kosten der gastgebenden Partei zu profilieren, war offenkundig und – mit Verlaub billig. Zur Diskussion hätte es auch später nach der Kandidatenvorstellung ausreichend Gelegenheit gegeben. An der Stelle brachte sich die Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger recht geschickt in das Geschehen ein und rettete für den Ortsverband die Situation durch ihre Moderation.

Der neue Politikstil für Adlkofen stellt sich vor

Rosa-Maria Maurer stellt ihre Vorstellungen der Rathausarbeit vor

Rosa-Maria Maurer stellt ihre Vorstellungen zur Rathausarbeit vor

Im politischen Interesse stehen der Bürger und die Gemeinschaft, nicht die Partei, so der Leitsatz von Rosa-Maria Maurer, die – selbst Mitglied der CSU – auch von Adlkofens GRÜNEN als Bürgermeisterkandidatin unterstützt wird. Mit ihr als neue Bürgermeisterin von Adlkofen, sind sich die GRÜNEN sicher, wird der Wechsel hin zu einer transparenten und dem Gemeinwohl verpflichteten Gemeindepoltik gelingen. Maurer selbst führte ihr seit zwei Jahrzehnten andauernde ehrenamtliche Tätigkeit für die Gemeinde in’s Feld. „Die Adlkofener sind es wert, sich für sie zu engagieren, so die Kandidatin und das sei für sie die Motivation gewesen, „mich als Bürgermeisterkandidatin zur Wahl zu stellen“. Demokratie leben ist ihr Leitsatz, so Maurer. „Eine Politik miteinander und füreinander.“ Transparenz und Bürgernähe sieht sie dabei als Basis einer demokratischen Kommunalpolitik. Maurer: „Ich verstehe auch weniger unter einer Bürgermeisterin die Politikerin, sondern die Organisatorin, Koordinatorin, Mediatorin und die Aufbereiterin für Entscheidungen, die dann gemeinsam im Plenum getroffen werden.“

Ihre primäre Aufgaben sieht Maurer nach ihrer Wahl zur Bürgermeisterin darin, die Lebensqualität für alle Generationen zu erhalten. Dazu gehöre maßvolle Ausweisung von ortsverträglichen Baugebieten, auch außerhalb vom Ortskern Adlkofens. Ansiedelung vor allem junger Familien sichern die Daseinseinrichtungen wie Kinderkrippe, Kindergarten und Schule. Grundbedürfnisse wie Arzt und Apotheke, Metzger, Bäcker, Einkaufsmöglichkeiten müßten abgedeckt werden und mit allen Mitteln erhalten bleiben. Ein flächendeckendes Daseinsvorsorgeangebot wie Bildung, Mobilität, Einkaufmöglichkeiten, Breitbandver-sorgung sieht sie als eine zentrale Aufgabe und besondere Herausforderung für alle Beteiligten. Maurer: „Aktuelles Thema in unserer Gemeinde ist der Erhalt der Apotheke, die ab Sommer aus Altersgründen von der bisherigen Inhaberin nicht mehr weiterbe-trieben werden wird.“

„Consensus med“ –  ein Rezept für Adlkofen?

Es sei Aufgabe der Gemeinde, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen für den Verbleib der ärztlichen Versorgung und der Apotheke. Wie Rosa-Maria Maurer ausführte, gibt es dazu mehrere Projekte in Bayern, die erfolgreich umgesetzt wurden und für Adlkofen Inspiration sein könnten. So gebe zum Beispiel das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege Stipendien an Medizinstudenten, die nach ihrem Studium im ländlichen Raum tätig werden wollen. Das Projekt „consensus med“ , das von der Gesundheitsministerin Melanie Huml für das innovative Versorgungskonzept einen Förderbescheid erhielt, bietet gerade jungen Ärzten die Möglichkeit eine Praxis zu führen, ohne sich selbständig machen zu müssen. Von den Verwaltungsaufgaben entlastet, steigen die Chancen, die Hausarztpraxen vor Ort zu erhalten.

Trotz steigender Steuerkraft ist Adlkofen von Platz 18 auf 22 abgerutscht

Der derzeitige Haushalt 2013 unterteilt sich in den Verwaltungshaushalt Einnahmen und Ausgaben mit den Schwerpunkten Allgemeine Verwaltung, Öffentliche Einrichtungen wie Kindergarten, Bücherei, Schule, Bauwesen und Verkehr und Abwasserbeseitigung mit einem Volumen von 5.299.050 € und dem Vermögenshaushalt mit den gleichen Schwerpunkten mit 5.360.000 €.

Wichtige Einnahmenarten der Gemeinde sind: Grundsteuer A + B, Gewerbesteuer, Einkommensteuer und Schlüsselzuweisungen. Die Gewerbesteuereinnahmen in Adlkofen, im Jahr 2013 ca. 900.000 € spielen gegenüber den übrigen Stadtumlandgemeinden eine weitgehend untergeordnete Rolle. Meßzahl für die Finanzkraft einer Gemeinde ist die Steuerkraftzahl. Sie gibt Auskunft über die Einnahmen der Gemeinde aus Grund- und Gewerbesteuer zu Nivellierungssätzen sowie aus dem Einkommenssteueranteil (1.830.000), was bedeutet, daß die einkommensstarken Bewohner in der Gemeinde mehr werden oder ein höheres Einkommen erzielen.

Die Steuermeßzahl ist auch ausschlaggebend für die Höhe der Schlüsselzuweisung. Trotz leicht steigender Steuerkraft ist die Gemeinde Adlkofen in der Rangfolge landkreisweit von Platz 18 auf Platz 22 gesunken. Den Trend gelte es umzukehren und daher werde sie als Bürgermeisterin, so Maurer, alles daran setzen, Adlkofen zu einem wettbewerbsfähigen Standort für klein- und mittelständische Unternehmen sowie Freie Berufe zu entwickeln.

Zu den weiteren Ausführungen der Bürgermeisterkandidatin lesen Sie morgen den Bericht „Vordringliche Aufgaben und eine Herzensangelegenheit“

Zum ausführlichen Bericht über die Ziele der GRÜNEN und die vollständige Kandidaten-Liste

Dieser Beitrag wurde unter Adlkofen abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar