Adlkofen glänzt oder „Was ist uns das Ansehen Adlkofens wert?“

Eine kritische Nachbetrachtung der Partnerschafts-Feierlichkeiten von Max Flügel

Es sind viele Gründe denkbar, warum sich jemand dafür entscheidet, für das Amt eines Gemeinderates zu kandidieren. Und es sind in dem einen oder anderen Fall bestimmt nicht nur edle Motive, die den Ausschlag dazu geben, sondern auch erwartete Vorteile für handfeste Eigeninteressen – Neudeutsch unter dem Begriff „Insiderwissen“ zusammengefaßt. Und das ist bekanntermaßen nicht nur bei Börsenaktivitäten und anderen Spekulationen hilfreich. Eine solche Motivationslage ist sicher kein Alleinstellungsmerkmal für die Adlkofener Gemeinderäte und es wird auch löbliche Ausnahmen dazu in den Reihen unserer Gemeinderatsmitglieder geben.

Was aber so richtig typisch für die Adlkofener Volksrepräsentanten ist, ist dieses unnachahmliche „LmaA“-Gefühl, das sie bei offiziellen Anlässen mitunter zur Schau tragen und ihre Zielsicherheit, das nahezu ausnahmslos immer dann zu tun, wenn es keine Gelegenheit zur Selbstbeweihräucherung gibt; dafür aber eine, um dem Ansehen der Gemeinde eine richtige Delle zu verpassen.

Selbstverständlich ist man nahezu vollständig vor Ort, wenn es beispielsweise einen gelungenen Neubau einer Kinderkrippe zu feiern gibt und man sich im Glanz des selbst ermöglichten Ereignisses sonnen kann. Zur Fronleichnamsprozession bröckelt die Front der Willigen dann meist schon deutlich – weil das ja auch eine Glaubensfrage ist – und bei Gelegenheiten, wie den Partnerschaftsfeierlichkeiten mit der einzigen Partnergemeinde die man hat, gibt es sie überhaupt nicht mehr. So auch am Wochenende.

Während der Bürgermeister von Badia Calavena nahezu seinen gesamten Gemeinderat nach Adlkofen mitgebracht hatte und somit deutlich sichtbar zu verstehen gab, das die gesamte italienische Gemeinde hinter der Partnerschaft mit Adlkofen steht, standen so betrachtet die beiden Adlkofener Bürgermeister Rosa-Maria Maurer und Valentin Petermaier beim offiziellen Rathausempfang fast nackt ihren Amtskollegen gegenüber. Und auch zum offiziellen Festabend glänzten unsere Gemeinderäte durch glorreiche Abwesenheit. Noch eindrucksvoller kann man einem Verein, seinem Vorstand und seinen Mitgliedern nicht demonstrieren, wie hoch man sie als Personen und ihre Arbeit für die Gemeinde generell schätzt – nämlich gar nicht! Und noch eindrucksvoller kann man als Gemeinderat Gästen aus der Partnerstadt nicht zeigen, wie willkommen sie sind und wie sehr man sich über ihre Anwesenheit freut – nämlich gar nicht!

Gnadenlos ehrlich oder gnadenlos gleichgültig – was ist es, was die Adlkofener Gemeinderäte so sein läßt, wie sie sind? Von dieser Kritik ausdrücklich ausgenommen sind in dem Fall die beiden Gemeinderäte Franz Wippenbeck und Hubertus Werner. Sie waren abwechselnd wenigstens jeweils zu einer der beiden Gelegenheiten vor Ort und signalisierten Interesse und die Bereitschaft, die Adlkofener Bürgerschaft würdig zu vertreten. Den Rest des Gemeinderates – auch an diesen Tagen Kranke und Halbtote von der Schelte ausgenommen- sollte man in die Ecke zum Scheitelknien schicken. So lange, bis sie kapiert haben, das ein gewissenhaft ausgeübtes Amt als Gemeinderat – und das gilt auch für die Rätinnen – mehr erfordert, als die Anwesenheit bei Sitzungen. Auf jeden Fall gehört zu den unabwendbaren Aufgaben auch, bei solchen Gelegenheiten wie der jetzt verpaßten, für ein positives Image der Gemeinde zu sorgen. Es ist nicht nur das Bild, welches der Bürgermeister bzw. die Bürgermeisterin nach außen abstrahlt, sondern auch der Eindruck, den die Mitglieder des Gemeinderates vermitteln. Und das war diesmal wieder kein „So-la-la“-Auftritt, auch kein „gerade einmal hinnehmbarer“, sondern ein ausgesprochen miserabler. Man kann nur hoffen, das es die Adlkofener Volksvertreter dann wenigstens bis zu den Feierlichkeiten „70 Jahre Partnerschaft mit Badia Calavena“ gelernt haben, was das Ansehen der Gemeinde jedem von ihnen Wert sein muß und wie sie die Bevölkerung Adlkofens zu solchen Anlässen würdevoll und angemessen repräsentieren. Auch wenn es bis dahin ein Generationenprozeß zu werden scheint…

CountyDeal

Dieser Beitrag wurde unter Adlkofen abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar